Veränderung: Du musst Dein ÄNDERN leben! - Jeanette Richter

Nein, da hat sich kein Schreibfehler eingeschlichen. Doch eigentlich kommt etwas anderes zuerst, bevor Du Dein Ändern tatsächlich leben kannst. Es ist der Wunsch, Dein Leben zu ändern!

Das Gedicht der Veränderung

Der Dichter Rainer Maria Rilke hat in seinem Gedicht über den Apollon diesem Wunsch nach Veränderung Ausdruck verliehen. Er saß wohl in einem Museum und betrachtete einen Torso des griechischen Gottes Apollon, dem Gott des Lichts, der Heilung und des Frühlings.

Rilke war dabei wohl ganz beseelt von dem Torso, den er sich anschaute und aus dem ihm etwas entgegen strahlte. Das ihn aber auch anzuschauen schien und zurückstrahlte.

Etwas, das ihn aufforderte zum Handeln. Er fühlte sich vom Göttlichen berührt. Das leitete eine Veränderung ein.

Tatsächlich schrieb Rilke nach dieser „Begegnung“ eines seiner berühmtesten Gedichte.

Doch auf den ersten Blick strahlt da gar nix beim Lesen des Gedichts. Zumindest wenn es Dir so ergeht wie mir bei meiner ersten Begegnung mit dem Gedicht. Ich verstand nur Bahnhof.

Hier das Gedicht:

Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,

darin die Augenäpfel reiften. Aber

sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,

in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,

sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug

der Brust dich blenden, und im leisen Drehen

der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen

zu jener Mitte, die die Zeugung trug.

Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz

unter der Schultern durchsichtigem Sturz

und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;

und bräche nicht aus allen seinen Rändern

aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,

die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

Mit Gedichten ist das ja auch immer so eine Sache. Sie erschließen sich einem erst, wenn man sich auf sie einlässt.

Etwas ändert sich erst, wenn man die “Sache” etwas genauer anschaut.

 
Veränderung. Du musst Dein Ändern leben

Wenn wir uns nicht ändern, ändert sich nix!

Und auch mit dem Leben ist das so: wie so oft stehen wir, bevor sich überhaupt etwas ändern kann, vor einem sinnbildlichen Berg, über den wir drüber müssen. Wir müssen uns etwas erst erschließen.

Das Gedicht, der Berg, das Buch, das Leben will erobert werden. Man muss sich raffen, etwas zusammenraffen, sich aufraffen. Altes, vertrautes hinter sich lassen. Einen Neuanfang wagen. Etwas ändern!

Doch wenn der Berg majestätisch vor uns liegt und wir hinaufschauen, denken wir oft:

“Das schaff ich doch nie! Das ist zu groß! Das kann ich nicht!”

Aber ganz tief in uns drinnen wissen wir, fühlen wir, dass wir da drüber MÜSSEN, wenn sich was ändern soll. Wenn wir da nicht drüber gehen, dann wird sich nichts ändern. Dann bleibt die Veränderung aus!

Dann bleibt alles wie es ist.

Und oftmals sehen wir auch nix. Wir gucken zwar, aber sehen nicht.

Wir stehen vor etwas und verstehen es nicht.

Dann wollen wir uns nicht damit beschäftigen. Nicht jetzt. Vielleicht später.

Da bleiben wir lieber in unserer vertrauten Komfortzone, weil wir denken, was wir denken.

Unzufrieden, aber sicher!

So ging es mir beim ersten Mal mit dem Gedicht von Rilke. So ging es mir beim ersten Mal mit Ein Kurs in Wundern. So ging es mir bei vielen anderen Sachen. Und Du kennst das auch.

Auch Du stehst vor Etwas, was sich Dir „plötzlich“ in den Weg stellt, wie aus dem Nichts auftaucht, scheinbar zufällig Dir zu fällt.

Und Du stehst davor und denkst Dir: “Da kann ich nix mit anfangen. Das ist mir zu speziell. Zu anstrengend. Muss dat so?”

Egal ob es ein Gedicht ist oder die persönliche Lebensgestaltung, der Garten, das Haus, die Familie, die Träume vom Glück, die Wünsche … wir verschieben unser ÄNDERN auf später. Doch dann ist es vielleicht zu spät. Schade!

Der Garten der Veränderung

So ging es mir mit meinem Garten. Genauer gesagt: Mit meinem Vorgarten!

Da wuchs alles dicht an dicht. Keine Pflanze hatte richtig Platz ihr Potential zur Entfaltung zu bringen. Sie wurden eingeengt, beengt und konnten sich nicht gänzlich zeigen.

Schließlich half nur eine radikale Ausmistung. Ein Ausbuddeln, Abschneiden und sich trennen von Altem. 

Seit Jahren wollte ich da schon ran und mit mir gerungen, doch immer wieder dachte ich: „Jetzt nicht! Och nö! Das andere zuerst! Später, vielleicht!”

Zu schwierig. Zu anstrengend. Kein Bock!

Ich hatte mich damit irgendwie zufrieden gegeben, es einfach so laufen lassen. Mich damit arrangiert! Aber erfüllt hatte es mich nicht.

Doch dann kommt das Leben und nimmt Dich bei der Hand.

Also rüttelt die Veränderung bereits an Deiner Haustür. 

Bei mir war es eine Freundin die zu Besuch kam und mir beim Kaffee sagte: “Liebe Jeanetti, Dein Vorgarten ruft mir leise zu … “Hilf’ mir!“ Und ich werde Dir und ihm helfen. Jetzt! Du musst nur das und das rausruppen und dann pflanzen wir was Neues ein. Das machen wir zusammen!“

Und im ersten Moment dachte ich: „Oh nein. Jemand hat mich ertappt. Erwischt! Es gesehen. Ich konnte es nicht mehr verbergen.“ Doch gleichzeitig nahm ich den Impuls war: „Jetzt ist es Zeit. Das ist eine günstige Gelegenheit. Pack die Gelegenheit beim Schopfe!“

Und ich griff zu!

Kairos: der Gott des günstigen Augenblicks

Du erinnerst Dich an Kairos?

Kairos, der Gott des günstigen Augenblicks war gerade an mir vorbei gerannt und ich hatte ihn erwischt. Beim Schopfe gepackt.

Denn wie es der „Zufall“ wollte, waren ein paar Tage später die „Jungs von der Gärtnerei Burrichter beim Nachbarn zu Gange. Und ich sprach die Jungs an: „Hey, ihr habt doch da … ich hätte auch … könntet ihr … hier die drei Büsche … da die Buchsbaumhecke raus … und dort zurückschneiden!“

Gesagt. Getan. In 30 Minuten waren sie fertig!

Die Veränderung hatte begonnen.

Manchmal braucht etwas Zeit! Doch jetzt war es Zeit! Raus aus der Komfortzone.

Du musst Dein ÄNDERN leben!

Was für den einen Pillepalle, ist für den anderen eine etwas größere Herausforderung!

Schau genauer hin

Egal an welchem Punkt Deines Lebens Du gerade stehst … es geht erst dann weiter, wenn Du den Mut aufbringst, genauer hinzuschauen. Dein Leben anzuschauen! Ihm mutig entgegenzutreten und Dich zu fragen: „Will ich dat so? Soll dat so? Oder kann das weg?“

Dann mag es noch nicht leichter geworden sein, aber der erste Schritt in ein befreiteres oder glücklicheres oder gelasseneres Leben ist getan.

Mein Vorgarten ist im Moment auch alles andere als „schön“. Nix schön!

Aber … er ist im Werden!

Vertrau Dich wieder dem Leben an!

Vertrau Dich Deiner inneren Führung an!

Alles beginnt mit dem ersten Sch(n)ritt. Der muss von Dir kommen. Doch dann kommt das Leben mit 100 Schritten auf Dich zu und hilft Dir!

Wenn Du erkennst, dass Du Dein Leben ändern musst, kannst Du Dein ÄNDERN auch leben! Dann ändert sich was.

Ich wünsche Dir eine veränderungsreiche Woche!

Alles Liebe

Deine

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