The Work: Weniger Stress mit anderen und Dir selbst!
The Work ist eine Methode von Byron Katie mit der Du einschraĚnkende Glaubensmuster uĚber Dich und/oder die anderen umwandeln und damit Dein Leiden beenden kannst. Ja, Du leidest! Denn wenn Du nicht gluĚcklich bist und im Frieden bist, dann leidest Du!
Die Methode hat Parallelen zum Buddhismus. Denn schon Buddha wusste um die Macht destruktiver Gedanken und erklaĚrte anhand seiner 4 Edlen Wahrheiten, warum es Leiden gibt und wie wir da wieder rauskommen.
Die 4 Edlen Wahrheiten
Und Byron Katie hat diese 4 Edlen Wahrheiten auf The Work angewendet:
- Edle Wahrheit: Es gibt Leid in der Welt.
- Edle Wahrheit: Es gibt eine Ursache fuĚr dieses Leiden und diese Ursache sind Deine negativen Gedanken und GlaubenssaĚtze.
- Edle Wahrheit: Es gibt einen Ausweg aus dem Leiden.
- Edle Wahrheit: Der Mensch kann sich vom Leiden loĚsen und das UĚberpruĚfen Deiner Gedanken fuĚhrt Dich aus dem Leid.
Du musst wissen, dass Byron Katie uĚber zehn Jahre lang schwer depressiv war und die letzten Jahre ihr Schlafzimmer nicht mehr verlassen konnte. Sie schlief auf dem FuĂboden, da sie sich als unwuĚrdig ansah in einem Bett zu schlafen. Also ihr ging es ziemlich mies.
Doch eines Morgens wachte sie ploĚtzlich auf, als ein KaĚfer uĚber ihren FuĂ krabbelte. Noch bevor ihr Bewusstsein wirklich „wach“ war, konnte sie die Welt sehen, wie sie wirklich war und sie brach in schallendes GelaĚchter aus – sie „erwachte“ vollstaĚndig.
Nach jahrelangen Depressionen und AngstzustaĚnden begriff sie von einem Moment auf den anderen:
„Wenn ich meinen negativen Gedanken glaube, dann leide ich. Wenn ich diese Gedanken hinterfrage, hoĚrt das Leiden auf.“
Die Methode, die sie seit dieser Erfahrung lehrt, nennt sie The Work, weil es tatsaĚchlich Arbeit bedeutet, seine eigenen Gedanken, Meinungen und Urteile staĚndig auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu uĚberpruĚfen.
Zur Anwendung von The Work
ZunaĚchst einmal musst Du feststellen, welcher Gedanke Dich gerade in Bezug auf eine Person, eine Situation oder einen Zustand quaĚlt, stresst oder aĚrgert. Und Du musst erkennen, dass er Dich quaĚlt.
Denn der Gedanke, der Dein Leiden erzeugt, ist immer ein Urteil: uĚber andere, uĚber das Leben, uĚber Dich oder uĚber Deinen KoĚrper. Hast Du das Urteil wahrgenommen, das Dich leiden laĚsst, beginnst Du mit The Work.
Dabei stellst Du Dir ganz konkret die Situation vor, als der Gedanke den staĚrksten Einfluss auf Dich hatte.
Du gehst noch einmal in Gedanken zuruĚck zu der Situation und siehst, was Du siehst, Du hoĚrst, was Du hoĚrst, Du spuĚrst, was Du spuĚrst etc. Dann betrachtest Du Deinen limitierenden Glaubenssatz und stellst Dir aus einer meditativen Haltung heraus folgende 4 Fragen.
Die 4 Fragen von The Work
Die 4 Fragen
- Ist das wahr, was ich da gerade in dieser Situation glaube oder uĚber den anderen denke?
- Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das, was ich da gerade glaube, wahr ist?
- Wie geht es mir oder wie reagiere ich oder was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube? Wie verhalte ich mich gegenuĚber dieser Person, uĚber die ich geurteilt habe?
- Wer waĚre ich ohne diesen Gedanken, also wenn ich den Glaubenssatz gar nicht haĚtte? Wie wuĚrde ich mich dann fuĚhlen? Wie wuĚrde es mir dann gehen?
Dann versuche, Deine UĚberzeugungen umzukehren und schau, ob das auch wahr sein koĚnnte. Probiere die neuen SaĚtze einfach mal âanâ, als wuĚrdest Du ein neues KleidungsstuĚck anprobieren. FuĚr diese Umkehrungen gibt es mindestens 3 MoĚglichkeiten.
Ein Beispiel
1. Nehmen wir mal an, Du denkst uĚber Deinen Kollegen: „Er hat mich nicht wertgeschaĚtzt.“ Das macht Dich wuĚtend und Du bist erbost. Du baust eine Geschichte um die Situation und bist total aufgebracht: „Was faĚllt dem ein! Der Sack! Der Depp! So lasse ich mich nicht behandeln. Schon fruĚher habe ich …“ usw. usw. usw. Jetzt kehrst Du Deine Aussage ins komplette Gegenteil um.
Der Satz wuĚrde dann lauten: „Er hat mich wertgeschaĚtzt!“ Oiiii! Nunja … Du schaust jetzt, ob auch das stimmen koĚnnte und was dieser Satz mit Dir macht. Finde mindestens 3 Alltagsbeispiele, wo Du bereits erlebt hast, dass Dein Kollege Dich sehr wohl wertschaĚtzt. Da fallen Dir bestimmt ein paar Beispiele ein.
2. Dann machst Du noch eine Umkehrung, z. B. indem Du die Personen einfach austauschst. Der Satz lautet dann: „Ich hab ihn nicht wertgeschaĚtzt!â Uiiiii! Treffer! Auch hier schaust Du anhand von mindestens 3 Beispielen aus Deinem Alltag, wo das zutrifft. Du wirst uĚberrascht sein. Denn auch das stimmt!
3. Und dann gibt es noch eine MoĚglichkeit … Du setzt Dich selbst ein. Der Satz lautet dann: „Ich habe mich nicht wertgeschaĚtzt!â Ja potztausend und hoppsala. Finde auch hier wieder Situationen aus Deinem Alltag, in denen Du Dich selbst so gar nicht nett behandelst und Deine Selbst-Wert-SchaĚtzung gerade einen Ausflug nach Timbuktu macht.
Du lernst also: „Weil ich mich selbst nicht wertschaĚtze und das selbst noch nicht einmal mitbekomme oder verdraĚngt habe, projiziere ich meine Nicht-WertschaĚtzung auf meinen Kollegen und denke, dass der mich nicht wertschaĚtzt. Dabei geht es immer und ausnahmslos und uĚberall nur um mich.“
Wie Innen so auĂen. Der Kollege war also nur ein Spiegel, in dem Du Dich selbst gespiegelt hast. Das war Dein Arsch-Engel. Ein Engel als Arsch verkleidet đ Mache die gesamte Arbeit am besten in einem Zustand der Meditation oder mit AĚuglein zu, denn sonst funkt Dir Dein Ego mit seinen „Ja-aber’s!“ immer wieder dazwischen und reagiert mit Widerstand.
FuĚlle auch gerne das u. a. Arbeitsblatt aus und uĚberpruĚfe Deine GlaubenssaĚtze.
Jeanette stellt The Work vor
Das Arbeitsblatt zu The Work: „Urteile Ăźber Deinen Nächsten!“

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