Viele denken beim Wort Autoritätsproblem sofort an Politiker, den Staat, Polizei, an Regeln oder an Menschen, die einem sagen, was man zu tun hat. Aber das, worĂźber Ein Kurs in Wundern spricht, geht viel tiefer â und hat erstaunlich viel mit unserem ganz normalen Alltag zu tun.
Es geht also um ein Thema, das fĂźr viele erstmal ziemlich theoretisch klingt â in Wahrheit aber unglaublich praktisch ist. Denn das sogenannte Autoritätsproblem begegnet uns jeden Tag: in Beziehungen, im Job, in Diskussionen ⌠ja, sogar im Umgang mit uns selbst.
Und weiĂt Du, mich hat dieses Thema lange selbst total verwirrt â und ehrlich gesagt, tut es das manchmal immer noch. Weil Ein Kurs in Wundern das Ganze auf einer ganz anderen Ebene betrachtet. Und jedes Mal, wenn ich versuche, es zu erklären, lerne ich selbst wieder ein StĂźck mehr darĂźber, was es eigentlich bedeutet.
Darum schauen wir uns das heute mal gemeinsam an â ganz entspannt, aber tiefgehend.
Wir klären:
Was ist Ăźberhaupt damit gemeint?
Warum ist es so mega alltagstauglich?
Warum sorgt es oft fĂźr so viel Verwirrung?
Und was hat das alles eigentlich mit Vertrauen und innerer FĂźhrung zu tun â statt mit Macht oder Rebellion?
Und natĂźrlich gibtâs auch wieder jede Menge Alltagsbeispiele, damit Du besser mitgehen kannst.
Bereit? Dann lass uns loslegen.
Herzlich willkommen bei Zeitwellen â Deinem Podcast fĂźr spirituelles Stressmanagement und neue Sichtweisen auf Leben und Tod. Mein Name ist Jeanette, und ich freu mich, dass Du wieder zuhĂśrst oder das hier liest. đ
Was ist das „Autoritätsproblem“?
Wenn Du auf Dein Leben schaust, scheint alles ganz logisch: Du wurdest geboren, hattest Vater und Mutter, eine Kindheit, Entscheidungen, Begegnungen.
Vor hundert Jahren gab es Dich â in dieser Form â noch gar nicht. Also wieso spricht Ein Kurs in Wundern dann vom âAutoritätsproblemâ â als wĂźrdest Du glauben, Du hättest Dich selbst erschaffen?
Der Kurs meint damit nicht, dass Du Deinen KĂśrper gemacht hättest. Er spricht von etwas Tieferem â von Deinem Geist, der ewigen Instanz in Dir, die Ăźber Raum und Zeit hinausgeht.
Das Autoritätsproblem ist der Glaube, dass Du getrennt von dieser Quelle bist. Dass Du â bewusst oder unbewusst â selbst entscheidest, was wahr ist, was richtig ist, wer Du bist. Dass Du Dich also âusurpiertâ hast â ein altes Wort, das bedeutet:
âDir etwas anzueignen, was Dir gar nicht gehĂśrt.â
In diesem Fall: die Autorität ßber das Leben selbst.
Was âusurpierenâ im Kurs wirklich meint
Im Kurs wird gesagt, dass das Ego die Autorität Gottes usurpiert. Das heiĂt: Es stellt sich selbst an die Spitze. Es sagt: âIch weiĂ, was ich will, was gut ist, was schlecht ist â und ich bestimme Ăźber mich.â
Das klingt nach Freiheit, fßhlt sich aber in Wahrheit an wie eine Daueranspannung. Denn wenn Du glaubst, Du hättest die Kontrolle ßber alles, musst Du auch dafßr sorgen, dass alles funktioniert.
Und das ist anstrengend. Es fĂźhrt zu Schuld, Druck, Ăberforderung â kurz: zu ErschĂśpfung. Denn das Ego versucht, etwas zu regieren, das es gar nicht erschaffen hat: das Leben selbst.
Warum wir alle ein Problem mit Autoritäten haben
Psychologisch betrachtet, beginnt das Thema âAutoritätâ frĂźh: Eltern, Lehrer, Vorgesetzte â Menschen, die scheinbar bestimmen, was richtig oder falsch ist. Viele von uns haben dabei gelernt: Autorität bedeutet Macht, Kontrolle oder sogar Angst.
Das fĂźhrt später dazu, dass wir jede Form von Autorität in Frage stellen â auch die innere, gĂśttliche FĂźhrung.
Wir wollen frei sein, unabhängig, selbstbestimmt â und verwechseln diese Freiheit oft mit Trennung. Denn wenn ich niemandem gehorchen will, hĂśre ich irgendwann auch nicht mehr auf meine innere Stimme.
Und genau das ist laut Ein Kurs in Wundern der Kern des Autoritätsproblems:
Der Widerstand gegen FĂźhrung â selbst gegen die liebevolle.
đĄ Zwei Ebenen des Autoritätsproblems
1. Auf menschlicher Ebene
Wenn jemand sagt:
âIch habe ein Problem mit Autoritätenâ, meint er meist: Ich habe MĂźhe mit Machtgefällen, Kontrolle oder Bevormundung von auĂen.
Das zeigt sich als:
Widerstand gegen Vorgesetzte, Politiker oder Institutionen
Rebellion gegen Regeln oder Vorschriften
Unbehagen, wenn jemand âĂźber einem stehtâ
Psychologisch ist das oft eine Ăbertragung: frĂźhere Erfahrungen mit ungerechter oder liebloser Autorität (Eltern, Lehrer etc.) werden auf das AuĂen projiziert.
Das âProblemâ ist also zunächst emotional und biografisch â ein Konflikt mit Macht, Kontrolle und Ohnmacht.
đŤ 2. Auf spiritueller Ebene (nach Ein Kurs in Wundern)
Im Kurs wird das âAutoritätsproblemâ tiefer verstanden: Es beschreibt den Urkonflikt zwischen dem Ego und Gott â zwischen dem getrennten Ich und der Quelle, aus der wir stammen.
âDein einziges Autoritätsproblem besteht darin, dass Du glaubst, Du hättest Dich selbst erschaffen.â
Das Ego will die Rolle Gottes Ăźbernehmen â es will bestimmen, rechtfertigen, urteilen, kontrollieren.
Wenn jemand sagt:
âIch erkenne keine menschliche Autorität an, nur Gottâ, kann das aus zwei sehr unterschiedlichen Bewegungen kommen:
Aus Liebe und Klarheit heraus: Er erkennt, dass wahre Autorität (auctoritas = Ursprung, Quelle) von Gott bzw. von Liebe kommt. Das ist Hingabe, Vertrauen, Demut.
Oder aus einem verdeckten Ego-Trotz: âIch brauche niemanden! Ich bin meine eigene Autorität!â â klingt spirituell, ist aber noch immer ein Kampf gegen etwas. Dann bleibt es ein getarnter Machtkampf â nur mit anderem Etikett.
Psychologisch gesehen: Das BedĂźrfnis nach Kontrolle
Wer in seiner Kindheit erlebt hat, dass Autorität unberechenbar war â kritisch, verletzend oder Ăźberfordernd â, entwickelt oft das GefĂźhl:
âIch kann nur sicher sein, wenn ich selbst alles kontrolliere.â
Doch Kontrolle ist keine Sicherheit. Sie ist eine Ersatzhandlung, die den Schmerz Ăźber verlorenes Vertrauen verdeckt.
Heilung beginnt dort, wo Du erkennst, dass Du Kontrolle mit Geborgenheit verwechselt hast â und langsam wieder lernst, Dich dem Leben anzuvertrauen.
Wie Du das Autoritätsproblem erkennst
Typische Anzeichen sind:
Du hast MĂźhe, zu vertrauen â auch Deiner eigenen inneren Stimme.
Du willst oft alles selbst entscheiden und schwer Hilfe annehmen.
Du fĂźhlst Dich schuldig, wenn Du âeinfach loslässtâ.
Du hast das Gefßhl, ständig etwas beweisen zu mßssen.
In all dem wirkt die alte Angst: Wenn ich mich fĂźge, verliere ich mich.
Doch die Wahrheit ist: Wenn Du Dich der Liebe anvertraust, findest Du Dich erst wirklich. đż
Alltagsbeispiele fßr das Autoritätsproblem
1. âIch will es auf meine Weise machen.â
Du planst etwas â vielleicht ein neues Projekt, ein Gespräch oder eine Veränderung â und merkst, dass Du unbedingt willst, dass es funktioniert. Du verbeiĂt Dich rein, analysierst, kontrollierst, vergleichst. Und wenn es dann anders läuft als gedacht, kommt Frust oder Wut.
Das Ego glaubt, es wĂźsste besser als das Leben selbst, wie die Dinge laufen sollten. Es usurpiert die gĂśttliche FĂźhrung, indem es sagt: âIch bestimme, was gut fĂźr mich ist.â
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch bin bereit, das Ergebnis loszulassen. Vielleicht weiĂ die Liebe mehr als ich.â
2. âIch muss stark sein.â
Du bist erschĂśpft, aber sagst Dir: âIch darf mir keine Pause gĂśnnen. Ich muss funktionieren, sonst bricht alles zusammen.â
Das Ego hält sich fĂźr die Autorität Ăźber Deinen Wert und glaubt, dass Schwäche gefährlich ist. Es vertraut nicht darauf, dass eine hĂśhere Kraft Dich trägt â auch in Ruhe oder Ohnmacht.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch darf loslassen. Ich bin sicher, auch wenn ich nichts tue.â
3. âIch muss alles allein schaffen.â
Du tust Dich schwer, um Hilfe zu bitten. Entweder weil Du glaubst, niemand versteht Dich â oder weil Du denkst, Du mĂźsstest stark und unabhängig sein.
Das Ego verwechselt Selbstverantwortung mit Isolation. Es glaubt, dass Verbundenheit Schwäche bedeutet.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch bin verbunden. Wenn ich Hilfe annehme, lasse ich die Liebe wirken â durch andere.â
4. âIch weiĂ, wie der andere zu sein hat.â
Dein Partner, Kind oder Kollege verhält sich anders, als Du es richtig findest. Du willst ihn verändern, ßberzeugen, verbessern.
Das Ego spielt Richter und beansprucht die Autorität, zu wissen, was fßr andere richtig ist. Es usurpiert die gÜttliche Sicht, die jenseits von Bewertung liegt.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch muss nichts korrigieren. Ich kann lernen, liebevoll zu sehen, statt zu urteilen.â
5. âIch darf keinen Fehler machen.â
Du hast Angst, etwas falsch zu entscheiden, etwas zu verpassen oder zu versagen. Also prĂźfst, Ăźberlegst, kontrollierst â und bleibst dadurch innerlich gefangen.
Das Ego glaubt, es sei allein verantwortlich fĂźr Deinen Lebensweg. Es traut der FĂźhrung nicht zu, Dich auch Ăźber vermeintliche Umwege ans Ziel zu bringen.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch kann nichts verlieren, was wirklich zu mir gehĂśrt.â
6. âIch weiĂ, was andere Ăźber mich denken.â
Du spßrst Unruhe, wenn jemand Dich nicht mag oder etwas Kritisches sagt. Du versuchst dann, Dich zu erklären oder zu rechtfertigen.
Das Ego maĂt sich an, die Wahrheit Ăźber Dich an äuĂeren Meinungen zu messen. Es Ăźbergibt die Autorität Ăźber Dein Selbstbild an andere â und kämpft dann um sie zurĂźck.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch bin, wie die Liebe mich sieht â nicht, wie andere mich wahrnehmen.â
7. âIch vertraue erst, wenn ichâs sehe.â
Du willst etwas glauben â Heilung, FĂźhrung, Sinn â aber Dein Verstand schreit: âBeweis es mir!â Du wartest auf äuĂere Beweise, statt innerlich still zu werden.
Das Ego verlangt Kontrolle Ăźber das Unsichtbare. Es will die Autorität Ăźber das Mysterium Ăźbernehmen â etwas, das sich nur zeigen kann, wenn Du loslässt.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch vertraue, auch wenn ich es noch nicht sehen kann.â
8. âIch will die Vergangenheit verstehen.â
Du analysierst alte Verletzungen, suchst nach Grßnden, nach Schuldigen, nach Erklärungen. Und obwohl Du schon vieles verstanden hast, spßrst Du keine wirkliche Ruhe.
Das Ego versucht, die Vergangenheit zu kontrollieren â und nimmt sich damit die Chance, sie einfach aufzulĂśsen. Es beansprucht die Autorität Ăźber das, was längst vergangen ist.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch muss es nicht verstehen, um es loszulassen.â
9. âIch will endlich erleuchtet sein.â
Selbst im spirituellen Kontext zeigt sich das Autoritätsproblem: Du willst Frieden, willst still sein, willst vergeben â aber nach Deinem Plan. Du vergleichst Dich mit anderen, willst schneller wachsen.
Das Ego benutzt Spiritualität als neuen Machtbereich. Es will die Kontrolle Ăźber den Erwachungsprozess Ăźbernehmen â und glaubt, es kĂśnne den Heiligen Geist managen.
đ¸ Heilsamer Gedanke: âIch bin bereit, mich fĂźhren zu lassen â auch in meiner Ungeduld.â
10. âIch weiĂ, wie Liebe aussehen muss.â
Du hast klare Vorstellungen davon, wie ein Mensch Dich lieben sollte â oder wie Du selbst zu sein hast, um geliebt zu werden. Wenn die Realität anders aussieht, leidest Du.
Das Ego usurpiert die gÜttliche Liebe, indem es sie in Bedingungen und Formen zwängt. Doch Liebe ist formlos. Sie will erfahren werden, nicht definiert.
đ¸ Heilsamer Gedanke:âIch bin bereit, Liebe ohne Bedingungen zu empfangen â und zu geben.â
Heilung: Rßckkehr in die wahre Autorität
Heilung geschieht nicht durch Unterwerfung, sondern durch Erinnerung. Du erinnerst Dich:
Ich habe mich nicht selbst erschaffen. Ich bin, wie Gott mich schuf.
Das ist keine Demut im religiĂśsen Sinne, sondern eine RĂźckgabe der Verantwortung an die Ebene, die sie tragen kann â an die Liebe selbst.
Dann darfst Du wieder Mensch sein, mit Schwächen, Zweifeln, GefĂźhlen â und zugleich Geist, der sich fĂźhren lässt.
đ Fazit: Das Autoritätsproblem ist alltäglich â und heilig zugleich
In Wahrheit ist das Autoritätsproblem nichts anderes als die tägliche Einladung, die Kontrolle wieder abzugeben â nicht an Menschen, sondern an die Liebe selbst.
Nicht mehr âIch weiĂ, was richtig istâ, sondern: âIch bin bereit, mich fĂźhren zu lassen.â
Und je Ăśfter Du das Ăźbst â mitten im Alltag, beim Autofahren, beim SpĂźlen, beim Streit â, desto stiller wird die Stimme des Egos. Und desto klarer spĂźrst Du die andere Stimme â die liebevolle, die sanft erinnert:
âDu musst nichts werden, Du bist schon vollständig.â đż
Das Autoritätsproblem ist also kein intellektuelles Thema â es ist der stille Kampf zwischen Ego und Vertrauen, zwischen Angst und Hingabe. Wir alle tragen es in uns.
Doch jedes Mal, wenn Du innehältst und sagst:
âIch weiĂ es gerade nicht â und das ist okay.â heilst Du ein StĂźck dieser uralten Wunde.
Denn in Wahrheit musst Du nichts wissen. Du musst Dich nur erinnern:
Du bist nicht allein. Du bist gefĂźhrt. Du bist Liebe â und Liebe braucht keine Kontrolle. đŤ
Manchmal geschehen Dinge, die Du nicht mehr rĂźckgängig machen kannst â oder vielleicht auch gar nicht mehr willst.
Ein Gespräch, eine Entscheidung, ein Bruch â und plĂśtzlich ist nichts mehr so, wie es war. Vielleicht war es Ăźberfällig, vielleicht kam es Ăźberraschend. Aber Du spĂźrst: Das Alte trägt nicht mehr.
Solche Phasen fĂźhlen sich oft an, als wĂźrde Dein Leben Dich durchrĂźtteln. Etwas in Dir weiĂ, dass es so nicht weitergehen kann, und gleichzeitig zieht das Herz noch an dem, was war.
Und genau hier beginnt der Weg in die Dunkelheit â nicht als Strafe, sondern als Schwelle. Ein Moment, in dem Du lernst, mit Dir zu sein â liebevoll, geduldig, voller SelbstmitgefĂźhl. Denn Dunkelheit ist oft der Geburtskanal des Lichts.
Wenn sich Sicherheiten auflĂśsen
In Zeiten des Wandels reagiert Dein ganzer Organismus. Die Stressforschung spricht von einem Ăbergangszustand, in dem das Nervensystem versucht, sich neu zu kalibrieren. Der Sympathikus â unser innerer Antreiber â hat lange die Kontrolle gehabt. Doch jetzt meldet sich der Parasympathikus und sagt:
âHalt inne. Atme. Lass los.â
Das fßhlt sich paradox an, denn der Kopf will weiter planen, erklären, verstehen. Aber das Herz will erst einmal fßhlen. Und genau da liegt die Heilung. Resilienz bedeutet in solchen Zeiten nicht, stark zu bleiben, sondern weich genug zu sein, um Dich selbst zu halten, während alles wankt.
Die spirituelle Dimension
In Ein Kurs in Wundern heiĂt es:
âIch brauche nichts zu tun.â (Lektion 48)
Das klingt zunächst wie ein Widerspruch â besonders dann, wenn das Leben Dich gerade auffordert, Entscheidungen zu treffen.
Aber der Kurs meint: Tu nichts aus Angst. Tu nichts, um Schmerz zu vermeiden oder Schuld zu kompensieren.
Stattdessen: Sei still. Lausche. Denn in dieser Stille wird Dir gezeigt, was wirklich wahr ist.
Wenn also alles um Dich herum in Bewegung ist, darfst Du lernen, innerlich zu ruhen â nicht, weil Du fliehst, sondern weil Du bereit bist, gefĂźhrt zu werden.
SelbstmitgefĂźhl
Wie Du lernst, Dich selbst liebevoll zu halten
Vielleicht hast Du eine Entscheidung getroffen, die weitreichende Folgen hat â im Beruf, in einer Freundschaft, in der Liebe. Und jetzt kommt der Moment danach: die Leere, die Zweifel, das GrĂźbeln. Das Ego flĂźstert:
âHättest Du nur âŚâ
Doch die innere Stimme sagt:
âAlles geschieht fĂźr Dich, nicht gegen Dich.â
Anstatt Dich in Selbstkritik zu verstricken, halte inne und frage Dich: âKann ich mir selbst jetzt beistehen, so wie ich es fĂźr jemand anderen tun wĂźrde?â
Denn genau darin beginnt Transformation â nicht, wenn alles klar ist, sondern wenn Du bleibst, obwohl es dunkel ist.
SelbstmitgefĂźhl beginnt dort, wo Du aufhĂśrst, Dich selbst zu verurteilen â und anfängst, Dich zu halten. Nicht festzuhalten, sondern zu halten: mit Sanftheit, mit Wärme, mit Präsenz. So wird aus innerem Druck allmählich Frieden.
Psychologie & Metaphysik
Zwei Sprachen fĂźr dieselbe Wahrheit
Psychologisch: Dein Nervensystem braucht Sicherheit. Du kannst sie ihm geben â durch Atem, BerĂźhrung, Präsenz. Das ist Selbstregulation â gelebte Resilienz.
Metaphysisch: Dein Geist sucht Erinnerung. Wenn Du aufhĂśrst, Dich zu verurteilen, Ăśffnet sich der Raum fĂźr das Wunder â den Moment, in dem Du erkennst: âIch bin sicher in der Liebe, die mich trägt.â
Beide Ebenen sprechen miteinander:
Was Du auf der psychischen Ebene heilst, heilt auch im Geist.
Und was Du im Geist erkennst, wirkt trĂśstend auf Deinen KĂśrper.
Ăbung: Das Herz als Anker
Wenn alles in Bewegung ist, leg Deine Hand auf Dein Herz. SchlieĂe die Augen und sage innerlich:
âIch bin bereit, mich selbst zu halten. Ich darf traurig sein. Ich darf unsicher sein. Aber ich bleibe in Liebe.â
SpĂźre, wie der Atem Dein Herz sanft bewegt. Mach nichts daraus. Bleib einfach.
Diese einfache Geste verbindet Dich mit Deinem inneren Raum â dem Ort, an dem Licht nicht gesucht, sondern erinnert wird.
Dunkelheit als Geburtsort des Lichts
In der Sterbeforschung berichten viele Menschen, dass kurz vor dem Tod eine groĂe Stille eintritt â ein Moment des Wissens ohne Denken, des Friedens ohne Erklärung. Vielleicht geschieht gerade in Deinem Leben eine kleine Form davon:
Etwas Altes stirbt, damit etwas Neues geboren werden kann.
Dunkelheit ist nicht das Ende. Sie ist der Anfang â wenn Du Dich traust, nicht mehr zu wissen, sondern einfach zu sein.
Selbstmitgefßhl ist keine Flucht. Es ist Deine Rßckverbindung zu dem, was Dich trägt. Es ist das Licht, das bleibt, wenn alle Sicherheiten gehen.
Und vielleicht erkennst Du genau jetzt â mitten im Wandel, mitten im Ungewissen â dass Sanftmut keine Schwäche ist, sondern die tiefste Form von Stärke.
Ja, ErschĂśpfung ist tatsächlich eine Einladung zur inneren Stille, denn sie ist mehr als MĂźdigkeit. Sie ist ein Signal. Ein Ruf, der aus der Tiefe kommt, wenn Dein System nach zu viel Funktionieren, Sorgen und „MĂźssen“ einfach nicht mehr kann. Wenn KĂśrper und Geist gleichzeitig âStoppâ sagen â dann ist das kein Scheitern, sondern ein Moment der Wahrheit.
Vielleicht fĂźhlst Du Dich gerade leer, ausgebrannt, innerlich ausgelaugt. Alles scheint schwer zu werden, und selbst kleine Aufgaben wirken plĂśtzlich wie Berge. In solchen Phasen hilft kein ânoch mehr tunâ â sondern weniger. Viel weniger.
Bist Du bereit? Dann lass uns loslegen. đż
Leergesaugt wie ’ne Batterie
Kennst Du das, wenn einfach gar nichts mehr geht â wenn Du innerlich leer bist, wie ’ne leer gesaugte Batterie, und einfach nicht mehr weiĂt, wieâs weitergehen soll?
Das kann ganz schĂśn frustrierend sein. Es fĂźhlt sich an, als wĂźrde alles stillstehen. Rien ne va plus â nichts geht mehr.
Und genau in solchen Momenten lohnt es sich, nicht mehr desselben zu machen, sondern weniger. Viiiel weniger!
Manchmal erreichen wir diesen Punkt, an dem gar nix mehr zu funktionieren scheint. Du kennst das bestimmt: die Gedanken kreisen, der KÜrper ist mßde, schlaff, erschÜpft, schlafen naja, und selbst ganz normale Alltagsroutinen fßhlen sich plÜtzlich so schwer und kräftezehrend an.
Und dann kommt dieser fiese Impuls aus Deiner scheinbaren Chef-Zentrale und da brĂźllt jemand in Dir und schickt Dir den Gedanken: âAber ich muss doch irgendetwas tun!â â und genau darin liegt das Missverständnis.
HĂśr nicht auf diese Stimme – sie kommt vom EGO. Dem kleinen Schlawiner, der sich als Chef aufspielt. Und der kennt nur machen, machen … machen.
Du musst nix tun
Aber Du musst NIX TUN – Du darfst etwas LASSEN. Du darfst das ständige MĂźssen und Sollen lassen.
Die ganzen Konzepte und Ideen und Pläne mal lassen. Diese Fragen ohne Antwort: Ich hätte doch ⌠aber ich mĂźsste doch ⌠warum habe ich noch nicht âŚ
Willkommen in der Folterkammer des Ego.
Was Du jetzt tun musst ist – geh einfach raus: Sag tschßà – heute nich‘.
Ich geh jetzt Blume pflĂźcken oder Herbstlaub angucken – tschĂźĂ.
đŻď¸ Die Stille als Einladung
Das Ego hasst Stillstand. Es flĂźstert: âBeeil Dich! Mach was draus! Sonst verlierst Du Dich!â Doch die Seele weiĂ: In der Stille geschieht die Neuordnung. Wenn im AuĂen nichts mehr geht, Ăśffnet sich im Inneren ein Raum, in dem Du innere Stille finden kannst â nicht als Flucht, sondern als Heimkehr.
Stille bedeutet nicht unbedingt Meditation – is zwar auch mega wertvoll – aber manchmal ist es einfach noch zu laut im Kopf. Dann hilft Bewegung, ruhige Spaziergänge, rausgehen, alleine sein ⌠sowas in der Art.
Diese Phase fĂźhlt sich manchmal an wie Leerlauf – nix scheint zu passieren.
Aber in Wahrheit ist sie ein wertvoller Raum, in dem etwas ins Leere läuft und das ist Gold wert. Denn in diesem Raum nimmt etwas Neues Gestalt an. Wie die Erde im Winter ruht, bevor der Frßhling erwacht.
đ Das Paradox der Pause
Viele Menschen kommen in meine Praxis und sagen:
âIch bin so erschĂśpft â aber wenn ich mich ausruhe, fĂźhle ich mich schuldig.â
Das ist die alte Programmierung: Ich bin nur wertvoll, wenn ich was leiste.
Doch innere Stille finden heiĂt nicht, nichts zu tun â es heiĂt, Raum fĂźr das Leben selbst zu schaffen.
Wenn Du innehältst, beginnst Du zu hĂśren, was Dich wirklich ruft. Die innere Stimme, die leise, liebevolle, war nie weg â sie konnte nur im Lärm nicht durchdringen.
đŤ Der heilige Augenblick
Ein Kurs in Wundern nennt diesen Moment den âheiligen Augenblickâ â den Moment, in dem Du alles loslässt, was Du Ăźber Dich und die Welt glaubst, und einfach still wirst. Und so tust, als hättest Du Ăźberhaupt keinen Plan und da bist Du näher dran an der Wahrheit als jemals davor.
Denn das Ego liebt Pläne, aber Du brauchst keine Wahnsinnspläne â das, was Du später tun wirst, wird durch Dich einfach hindurchflieĂen und Du wirst ganz genau WISSEN, was zu tun ist.
Und dafĂźr braucht es Vertrauen.
Hier braucht es keine LĂśsung, kein Ziel, kein Konzept. Nur die Bereitschaft, zu lauschen.
Manchmal ist das Lauschen selbst schon die Antwort.
Aber bitte nicht angestrengt lauschen, so nach dem Motto: âJetzt arbeite ich schon 10 Jahre mit Ein Kurs in Wundern und hĂśr immer noch nix!â
Mach in dieser Woche Deinen ganz normalen Job oder das, was Du sonst auch tust, aber einmal am Tag setzt Du Dich hin – Toilette ist dafĂźr super geeignet â drei Minuten genĂźgen â und sage innerlich:
âIch lasse los. Ich bin bereit, gefĂźhrt zu werden. Ich will endlich Frieden fĂźhlen.â
Das ist keine Flucht. Das ist Vertrauen.
đż Praktische Ăbung: Die 3-Minuten-Stille
Finde einen Ort, an dem Du ungestĂśrt bist. (Klo)
SchlieĂe die Augen und richte Deine Aufmerksamkeit auf den Atem.
SpĂźre, wie der Atem Dich atmet.
Wenn Gedanken auftauchen, lächle ihnen zu und lass sie ziehen.
Am Ende frage sanft: âWas will das Leben mir gerade zeigen?â
Mach das sieben Tage lang â ohne Erwartungen. Beobachte, wie sich Deine Energie verändert, wenn Du innere Stille finden zur täglichen Gewohnheit machst.
đ Fazit
Wenn nichts mehr geht, bedeutet das nicht, dass Du gescheitert bist. Es bedeutet, dass das Leben Dich ruft, langsamer zu werden, damit Du wieder hĂśren kannst.
In der Stille wirst Du daran erinnert, dass Du getragen bist â immer schon. Dass Du nichts wissen musst, um gefĂźhrt zu sein. Und dass aus der Dunkelheit das Licht geboren wird, das Dich nach Hause fĂźhrt.
đď¸ âGott geht mit mir, wohin ich auch gehe.â (Lektion 41, Ein Kurs in Wundern)
Der heutige Leitgedanke wird schlieĂlich das GefĂźhl der Einsamkeit und des Verlassenseins, das alle Getrennten empfinden, vollkommen besiegen. 2Depression ist eine unausweichliche Folge von Trennung. 3Dasselbe gilt auch fĂźr Beklommenheit, Sorge, ein tiefes GefĂźhl der Hilflosigkeit, Elend, Leiden und intensive Verlustangst.
⌠Tief in Dir liegt alles, was vollkommen ist, bereit, durch Dich hindurch und hinaus in die Welt zu strahlen. 2Es wird allen Kummer, allen Schmerz, alle Angst und allen Verlust heilen, weil es den Geist heilen wird, der dies alles fßr wirklich hielt und wegen seiner Treue diesem gegenßber litt.
âŚ
Danke, dass Du Dir Zeit fĂźr Dich genommen hast. Und bis zum nächsten Mal â und vergiss nicht: In Dir steckt mehr, als Du ahnst und Du bist auch viel grĂśĂer, als Du glaubst – Du hast das lediglich vergessen.
Alles Liebe
Deine Jeanette
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Viele Menschen sagen im Alltag: âMeine Seele ist verletztâ oder âMeine Seele ist krankâ. Doch wenn wir genauer hinschauen, merken wir: Stimmt das Ăźberhaupt? Oder sprechen wir da von etwas ganz anderem â vielleicht unserer Psyche, unserem kleinen Ich oder unserem verletzten Herzen?
Was sagt âEin Kurs in Wundernâ dazu?
Im âKursâ wird deutlich: Dein wahres Selbst kann nicht krank sein. Krankheit ist nie eine Eigenschaft der Seele, sondern eine Entscheidung des Geistes, der an Trennung glaubt. Krankheit ist, so heiĂt es, âein Ruf nach Heilung auf der Ebene des Geistesâ. Das bedeutet: Wir haben vergessen, wer wir wirklich sind â vollkommen, heil, verbunden â und diese Vergesslichkeit spiegelt sich in KĂśrper und Psyche wider.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Wenn Du ständig denkst âIch muss perfekt funktionieren, sonst bin ich nichts wertâ, erzeugt dieser Gedanke Stress, vielleicht sogar kĂśrperliche Symptome. Doch der Gedanke betrifft nur Dein Ego-Selbstbild, nicht Dein wahres Wesen. Dein innerster Kern bleibt davon unberĂźhrt.
Der Heilige Geist oder das HĂśhere Selbst wird im Kurs als liebevolle BrĂźcke beschrieben, die uns sanft an die Wahrheit erinnert: Du bist heil. Du bist unberĂźhrt. Du bist Liebe.
Spirituelle Traditionen: Das Licht hinter den Wolken
Auch andere Wege erzählen das Gleiche mit eigenen Worten. Der Buddhismus spricht von der Buddha-Natur â der unveränderlichen Essenz, die frei von Leid ist. Im Christentum finden wir die Vorstellung des Christus-Bewusstseins, das in jedem Menschen wohnt und immer rein bleibt. Mystische Wege vergleichen die Seele oft mit einer Sonne hinter den Wolken: Die Wolken (Angst, Schmerz, Schuld) kĂśnnen die Strahlen verschleiern, aber niemals zerstĂśren.
Vielleicht kennst Du das aus dem Alltag: Du gehst durch eine Phase, in der scheinbar alles schief läuft. Du fĂźhlst Dich niedergeschlagen und denkst: âMeine Seele ist am Boden.â Dann erlebst Du plĂśtzlich einen stillen Moment â beim Spaziergang, beim HĂśren von Musik oder im Blick eines Menschen, der Dich versteht. FĂźr einen Augenblick lichtet sich der Vorhang, und Du spĂźrst: Unter all dem Schmerz ist etwas in Dir, das ruhig, heil und unverändert bleibt.
Was bedeutet âEssenzâ?
Wenn wir von Essenz sprechen, meinen wir genau diesen unveränderlichen Kern in uns. Essenz ist das, was bleibt, wenn wir alle Rollen, Masken und Gedanken einmal beiseitelassen. Manche nennen es das wahre Selbst, andere die Seele, wieder andere die gÜttliche Funke oder das hÜhere Bewusstsein.
Ein Bild dazu: Stell Dir ein Glas Wasser vor, in dem Sand aufgewirbelt ist. Solange das Wasser trßb ist, siehst Du nicht hindurch. Doch wenn der Sand sich setzt, erkennst Du die Klarheit, die immer da war. So ist es auch mit unserer Essenz: Sie ist unverändert da, auch wenn unsere Gedanken und Gefßhle sie manchmal verdecken.
Nahtoderfahrungen: Erinnerung an die Unversehrtheit
Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten fast einstimmig: âIch habe mich vollkommen, heil und unendlich geliebt gefĂźhlt.â Niemand erzählt, dass ihre Seele dort âkrankâ gewesen wäre. Im Gegenteil: Viele beschreiben es als ein Wiedererkennen dessen, wer sie in Wahrheit sind â frei, lichtvoll und ganz.
Diese Erfahrungen zeigen uns: Krankheit betrifft unsere Form-Ebene (KĂśrper, Gedanken, Emotionen), nicht aber unsere Essenz.
Seelische Resilienz: Sinn, Bedeutung, Verbundenheit
In der Resilienzforschung gibt es den Begriff der seelischen Resilienz. Gemeint ist nicht, dass die Seele trainiert werden muss, sondern dass wir unser Leben in einen grĂśĂeren Zusammenhang stellen kĂśnnen. Menschen, die Sinn, Vision und ein GefĂźhl von Verbundenheit erleben, sind widerstandsfähiger gegenĂźber Krisen.
Ein Beispiel: Zwei Menschen verlieren gleichzeitig ihre Arbeitsstelle. Der eine zerbricht fast daran und denkt: âIch bin wertlos, ohne Arbeit bin ich nichts.â Der andere sieht dieselbe Situation als Wendepunkt, um herauszufinden, was ihm wirklich wichtig ist. Der Unterschied liegt nicht in der Seele â die bleibt bei beiden heil â, sondern darin, ob sie sich mit einem grĂśĂeren Sinn verbinden kĂśnnen.
Fazit: Die Seele bleibt heil
Wenn wir also sagen âdie Seele ist krankâ, meinen wir meist: âmein Herz ist schwer, mein Geist ist verwirrt, mein Leben fĂźhlt sich brĂźchig an.â Doch die Seele selbst bleibt unversehrt. Sie ist unser innerstes Wesen, unser wahres Selbst, das sich nicht verändern lässt â weder durch Krankheit, noch durch Angst, noch durch den Tod.
Die gute Nachricht: Wir kĂśnnen lernen, uns wieder an diese Wahrheit zu erinnern.
đ¸ Reflexionsfragen fĂźr Dich
Wann habe ich das GefĂźhl, meine Seele sei âkrankâ oder âverletztâ?
Was unterscheidet dieses Gefßhl von dem, was ich in mir als unveränderlich, heil und stark wahrnehme?
Wo in meinem Leben schenkt mir Sinn und Verbundenheit Halt, auch wenn es schwierig wird?
Wie kĂśnnte ich heute Ăźben, die Sonne hinter den Wolken wieder zu spĂźren?
Der Tod ist eines der letzten Tabuthemen unserer Zeit: schwer, dunkel, oft weggeschoben. Und doch gehĂśrt er zu unserem Leben wie der Atem â nur dass wir selten Ăźben, ihm mit Freundlichkeit zu begegnen. In diesem Artikel mĂśchte ich Dich einladen, den Tod anders zu sehen: nicht als drohende Schwere, sondern als Teil eines groĂen Prozesses â und zwar mit liebevoller Klarheit, geerdeten Erfahrungen aus der Hospizarbeit, Erkenntnissen aus der Medizin und zärtlichen Impulsen aus Ein Kurs in Wundern und anderen spirituellen Traditionen.
Sterben â tut das weh?
Kurz und ehrlich: Angst vor Schmerzen beim Sterben ist eine der häufigsten Sorgen. Und sie ist nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Hospiz- und Palliativarbeit sowie die moderne Schmerz- und Palliativmedizin etwas Wichtiges: Sterben muss nicht schmerzhaft sein.
Gute palliative Versorgung kann kĂśrperliche Schmerzen oft sehr gut lindern. Viele Menschen berichten, dass das Sterben selbstâdas Loslassen der Atemarbeit, das Verabschieden von der KĂśrperformâkeine scharfen Qualen bedeutet. Stattdessen treten Phasen von Stille, innerer Klarheit, intensiven Bildern oder auch Träumen und Visionen auf. FĂźr manche ist der Ăbergang sogar Ăźberraschend friedlich.
Wichtig: Es gibt keine pauschale Garantie â jede Sterbesituation ist individuell. Doch die Hoffnung ist berechtigt: mit guter Begleitung, Schmerzmanagement und emotionaler UnterstĂźtzung kann vieles an Schwere gemildert werden.
Was Ehrenamtliche und Hospizbegleiter*innen erzählen
Viele Ehrenamtliche, die Sterbende begleiten, beschreiben ähnliche Eindrßcke:
Menschen werden oft stiller, innerer Fokus verlagert sich â die Angst weicht einer merkwĂźrdigen Ruhe.
AngehĂśrige berichten, dass Sterbende in den letzten Stunden ÂŤnoch einmal lebendigÂť werden: klare Augenblicke, letzte Worte, Ăźberraschende Vergebungen.
Manche erleben Sterbevisionen â Begegnungen mit verstorbenen AngehĂśrigen, Lichtphänomene oder ein GefĂźhl von ÂŤnach Hause gehenÂť. Diese Erlebnisse sind nicht nur trĂśstlich, sie verändern auch die Haltung der Hinterbliebenen gegenĂźber Tod und Leben.
Ehrenamtliche betonen: Nähe, ZuhÜren und einfach da-sein sind oft wichtiger als Worte. Präsenz ist Heilung.
Diese Erfahrungsberichte zeigen: Wenn wir den Tod nicht allein lassen, verliert er viel von seiner Monstergestalt.
Trauer ist keine Krankheit, sondern eine Antwort â auf Verlust, Liebe, Veränderung. Sie will gesehen, gehalten und manchmal gelebt werden. Die Schwere der Trauer wird nicht ÂŤweggezaubertÂť, aber sie lässt sich in kleine, durchlässigere StĂźcke verwandeln:
Erlaube Trauer: Sie gehĂśrt dazu. Kein Druck, ÂŤschnell wieder gutÂť sein zu mĂźssen.
Rituale helfen: Abschiedsrituale, Schreiben, ein symbolischer Ort, Musik â alles, was Trennung sichtbar macht.
Austausch heilt: Zeitwellen-CafÊs, Trauergruppen, Gespräche mit Ehrenamtlichen oder Seelsorger*innen sind Räume, in denen Trauer atmen darf.
Kleine tägliche Rituale (Atem, Kerze, Erinnerung) geben Struktur, wenn die Welt uns wackelig erscheint.
Trauer verändert die Form, nicht den Wert der Liebe.
Ein Kurs in Wundern (EKIW) â ein sanfter Kompass
Ein Kurs in Wundern bietet eine Geisteshaltung, durch die Du dem Tod die Schwere nehmen kannst, weil sie das Wesentliche verschiebt: Weg von der Angst, hin zur Einheit.
Kernimpulse, die hilfreich sein kĂśnnen:
Vergebung als innerer SchlĂźssel: Nicht im moralischen Sinn â sondern loslassen, was uns trennt. Vergebung befreit von der Vorstellung, dass der Tod ein feindlicher Akt ist.
Neubewertung der Identität: Der Kurs fragt: Bist Du Deine Form? Oder ist Dein wahres Wesen darßber hinaus? Wenn unsere Essenz nicht stirbt, wird der Tod in einen anderen Kontext gesetzt.
Heilige Gegenwart: Der Fokus auf den gegenwärtigen, heiligen Augenblick nimmt die Furcht vor dem Unbekannten. Diese Praktiken sind keine Flucht, sondern Wege, die Angst zu verwandeln â in Ruhe, Vertrauen und MitgefĂźhl.
Andere spirituelle Traditionen â ergänzende Perspektiven
Buddhismus lehrt Vergänglichkeit (Anicca) und Gelassenheit gegenßber dem Werden und Vergehen. Meditationen ßber Vergänglichkeit stärken die Bereitschaft, loszulassen.
Christliche Mystik spricht von einem ÂŤGeborgen-seinÂť in Gottes Hand â ein Bild, das beim Abschiednehmen trĂśstet.
Nahtoderfahrungsforschung (NDE-Berichte) bringt viele erstaunliche Schilderungen von Frieden, Licht und Verbundenheit, die AngehĂśrigen Hoffnung geben kĂśnnen. Alle Traditionen bieten Tools: Rituale, Gebet, Meditation, Visualisierungen â letztere sind besonders hilfreich, wenn Worte fehlen.
Praktische Anleitungen: Wie Du dem Tod die Schwere nehmen kannst â fĂźr Dich selbst oder als Begleiter*in
Atmen und Ankommen Drei Minuten achtsames Atmen: bewusst ein- und ausatmen, den KÜrper spßren. Präsenz senkt Panik und schafft Raum fßr Verbindung.
Schweigendes Dasein Oft braucht ein Mensch, der stirbt, kein Wort. Halte die Hand, sei einfach da. Deine Anwesenheit ist Heilung.
Ritual der kleinen Dinge Eine Kerze, ein Lied, ein Foto oder einen Brief vorlesen â solche kleinen Rituale strukturieren Abschied.
Sorgen um Schmerzen benennen Sprich offen mit Ărztinnen/Palliativteam Ăźber Schmerzmanagement. Als Begleiterin kannst Du helfen, Fragen zu stellen und Ruhe zu schaffen.
Innerer Dialog â Vergebungsimpuls Kurze Ăbung (aus EKIW-Geisteshaltung): Stelle Dir vor, Du entfaltest Liebe in Deinem Herzen und ÂŤschenkstÂť sie der Person und Dir selbst. Wiederhole intern: ÂŤIch vergebe mir und vergebe Dir.Âť
Nachsorge: Raum fĂźr Trauer schaffen Plane ein Treffen, eine Kerze oder ein Schreiben in den ersten Wochen nach dem Abschied. Trauer braucht Anfangspunkte.
Worte fĂźr AngehĂśrige: Was Du sagen kannst (wenn Worte fehlen)
ÂŤIch bin hier.Âť
ÂŤDu darfst loslassen.Âť
ÂŤIch danke Dir.Âť Manchmal ist ein schweigender Blick, eine Hand auf der Schulter, ein Lieblingslied mehr als jede Rede.
Ein kleiner Leitfaden fĂźr Ehrenamtliche und Begleiter*innen
Präsenz ßben: Oft zählt nicht, was Du sagst, sondern dass Du bleibst.
Eigene Gefßhle regeln: Kurze Atemßbung oder Supervision nach belastenden Einsätzen sind wichtig.
Grenzen respektieren: Nicht jede*r will sprechen; frage vorsichtig.
Weiterbildung nutzen: Basiswissen zu Sterbeprozessen und Schmerzmanagement gibt Sicherheit.
AbschlieĂend: Eine Einladung zur Umarmung des Lebens
Dem Tod die Schwere zu nehmen bedeutet nicht, den Verlust zu verharmlosen. Es bedeutet, ihm mit Herzensruhe, Wissen und Gemeinschaft zu begegnen. Wenn wir lernen, loszulassen, unsere Angst zu benennen und uns in liebevoller Präsenz zu Ăźben â dann weicht das Bild vom grausamen Ende dem Bild eines natĂźrlichen, oft friedlichen Ăbergangs. Und fĂźr die, die bleiben, erĂśffnet sich ein Raum, in dem Trauer verwandelt werden kann in Erinnerung, Dankbarkeit und neue Lebensfreude.