2. OPTIMISMUS: Du glaubst an das Gute & den Sinn!
Optimismus (von lat.: optimum, âdas Besteâ) ist eine Lebensauffassung, in der eine bestimmte Sache, Person, Verhaltensweise oder ein Ereignis von der bestmöglichen Seite betrachtet wird.
Hier ist ein realistischer Optimismus gemeint, der die RealitÀt weder verleugnet noch ignoriert, sondern das Bestmögliche aus dem UnabÀnderlichen macht und eine Chance in neuen Situationen sieht.
Denn wie wir auf eine stressige Situation reagieren, hĂ€ngt ja von unseren Einstellungen ab. Und âdie RealitĂ€tâ gibt es so ja gar nicht, denn sie gestaltet sich fĂŒr jeden etwas anders. Sie ist nicht objektiv so oder so, sondern wir erleben diese subjektiv nur so oder so. Unsere Wahrnehmung spielt dabei eine zentrale Rolle!
Welche Haltung hat ein Optimist?
Ein Optimist hat eine positive Grundhaltung dem Leben gegenĂŒber. Seine Basis ist Vertrauen. Er weiĂ, dass ihm nicht alles gelingt, was er sich vornimmt und dass EnttĂ€uschungen ein unumgĂ€nglicher Bestandteil des Lebens sind, den er aber akzeptieren und in sein Weltbild, in seinen Erfahrungsschatz, integrieren kann.
Als Optimist bist Du zuversichtlich, erwartest positive Ergebnisse in der Zukunft und hast eine eher lebensbejahende Grundhaltung sowie ein positives Welt-, Menschen und Selbstbild.
Du hĂ€ltst den Menschen grundsĂ€tzlich fĂŒr gut und wandelbar und glaubst, dass in Allem etwas Gutes und ein Sinn steckt.
Doch als Optimist bist Du weder naiv, noch doof. Wenn es brennt, dann denkst Du nicht: âAch, das wird schon gut gehen!â Du rufst die Feuerwehr.
[Tweet „Als Optimist erkennst Du, dass auch jede Schwierigkeit ihren Sinn hat.“]
Wenn Du Dich zudem fĂŒr die Tatsache öffnest, dass Du viele Herausforderungen in Deinem Leben selbst kreiert hast und nun versuchst, den Lerninhalt bzw. Sinn zu ergrĂŒnden, dann wĂ€chst Du ĂŒber Deine instinktiven Reaktionen wie EnttĂ€uschung, Angst, Ărger, Wut oder Groll hinaus.
Welche Haltung hat ein Pessimist?
Der Gegenspieler zum Optimist ist der Pessimist. Dieser hĂ€lt alles fĂŒr eher schlecht und glaubt, seine EinschĂ€tzung sei lediglich realistisch. Er möchte sich vor EnttĂ€uschungen schĂŒtzen und malt daher eher ârostigeâ Zukunftsperspektiven, als rosige.
Doch das hatte evolutionsbiologisch durchaus seinen Sinn. Vielleicht verdanken wir den Pessimisten sogar unser Ăberleben. Aber wir haben uns als Menschheit, trotz aller derzeitigen Herausforderungen, weiterentwickelt.
Optimist = positive Erwartungshaltung
Typische SĂ€tze: âEs wird seinen Sinn haben!â oder âWer weiĂ, wofĂŒr es gut ist!â
Pessimist = negative Erwartungshaltung
Typische SĂ€tze: âDie Welt ist ein schlechter Ort!â oder âWo soll das noch alles enden!â
ĂBUNG:Â WIE SCHĂTZT DU DICH DERZEIT EIN?
- Ich bin eher ein Optimist und mein Lieblingssatz lautet âŠ.
- Ich bin eher ein Pessimist und mein Lieblingssatz lautet âŠ
3. SELBSTWIRKSAMKEIT: Du kennst Deine StÀrken & Potenziale!
Selbstwirksamkeit ist ein sperriges Wort. Aber wenn Du verstehst, was sich dahinter verbirgt, wirst Du es lieben ⊠und vielleicht Dein eigenes Wort kreieren.
Bei der Selbstwirksamkeit geht es um Deinen Glauben an Dich und Deine StĂ€rken. Du weiĂt, was Du gut kannst und kennst Dich gut. Du bist selbst Dein bester Wirkstoff! Du glaubst an Dich!
Das Konzept der Selbstwirksamkeit wurde von dem Psychologen Albert Bandura in den 1970er Jahren entwickelt und manche Psychologen gehen sogar davon aus, dass die Selbstwirksamkeit ein ganz natĂŒrliches BedĂŒrfnis des Menschen ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Personen mit einem starken Glauben bzw. Erwartung an die eigene Kompetenz gröĂere Ausdauer bei der BewĂ€ltigung von Aufgaben und eine niedrigere AnfĂ€lligkeit fĂŒr Angststörungen und Depressionen haben sowie erfolgreicher in Ausbildung und Berufsleben sind.
Höhere Selbstwirksamkeitserwartung:
Wenn Du glaubst, dass Du aufgrund Deiner eigenen FÀhigkeiten eine Situation meistern kannst, dann hast Du eine höhere Selbstwirksamkeitserwartung.
- Ich kann echt was bewirken.
- Ich schaffe das allein oder weiĂ, wo und wie ich UnterstĂŒtzung bekomme.
- Ich glaube an mich.
- Ich kann Einfluss nehmen (auf die Welt, auf Ereignisse oder Denkweisen).
Niedrigere Selbstwirksamkeitserwartung:
Wenn Du glaubst, dass Du aufgrund Deiner eigenen FĂ€higkeiten eine Situation nicht oder ungenĂŒgend meistern kannst, dann hast Du eine niedrigere Selbstwirksamkeitserwartung.
- Ich fĂŒhle mich ausgeliefert.
- Das bringt doch nichts.
- Das schaffe ich niemals.
- Ich kann das nicht.
4. EIGENVERANTWORTUNG: Du bist aktiv & verlÀsst die Opferrolle!
Wie Du bereits gelesen hast, fĂŒhrt ein Leben in Eigenverantwortung zwangslĂ€ufig zu einem Leben gedanklicher und emotionaler Freiheit. So kannst Du Dein Leben proaktiv gestalten und empfindest Dich nicht mehr als Opfer der UmstĂ€nde.
Du gibst anderen nicht die Macht ĂŒber Dein Leben, sondern verlĂ€sst die Opferrolle.
Du wechselst hĂ€ufiger von der Schuldfrage zur VerantwortungsĂŒbernahme.
Du tilgst die Worte âSchuldâ und âschuldigâ fast gĂ€nzlich aus Deinem Wortschatz und ĂŒbernimmst stattdessen Verantwortung fĂŒr DEIN Denken, FĂŒhlen und Handeln.
Um die Opferrolle zu verlassen, mĂŒssen wir uns aber zuerst einmal bewusst werden, dass wir uns ĂŒberhaupt in einer befinden. Das bedeutet, dass wir auch bereit sein mĂŒssen, uns mit unserem Verhalten zu befassen.
Wenn Du Dich hĂ€ufiger in der Opferrolle verfĂ€ngst, kann Dir die Ăbung mit den 2 Pfeilen helfen und das Thema Sinn im allgemeinen, besonders Viktor Franklâs Sicht darauf.
Ăbung: FĂŒr was trĂ€gst Du die Verantwortung?
FĂŒr was fĂŒhlst Du Dich eigentlich verantwortlich? Schreibe das hier auf und begrenze die Zeit am besten auf 5 Minuten. Dann wirdâs effektiver:
âIch bin verantwortlich fĂŒr âŠ!â oder âIch trage/habe die Verantwortung fĂŒr âŠ!â:
Und wofĂŒr bist Du nicht (mehr) verantwortlich?
Könntest Du die Verantwortung  auch abgeben, z. B. weil Du Dich dafĂŒr nicht mehr zustĂ€ndig fĂŒhlst?
Oder weil das frĂŒher mal so war, aber jetzt nicht mehr?:
âIch bin nicht mehr verantwortlich fĂŒr âŠ!â oder âIch trage keine Verantwortung mehr fĂŒr âŠ!â:
Ăbrigens:Â Du bist auch fĂŒr die Bewertung derjenigen Werte verantwortlich, die Du einfach so ĂŒbernommen hast:
âWenn ich nach Werten lebe, die ich einfach so und ohne nachzudenken von anderen ĂŒbernommen habe, ist es gut denkbar, dass ich mir vormache, sie seien ein Teil âmeiner Naturâ und dessen, âwer ich binâ, und so kann ich geschickt die Tatsache umgehen, dass sie sehr wohl eine Frage der Wahl sind.
Wenn ich bereit bin anzuerkennen, dass meine Werthaltungen im Wesentlichen eine Frage der Wahl und Entscheidung sind, dann kann ich meine Werte neu in Augenschein nehmen, sie hinterfragen und gegebenenfalls revidieren. Auch hier gilt wiederum, dass die Ăbernahme der Verantwortung mich befreit.â (Nathaniel Branden)
Du kannst erst aufhören, ĂŒber andere zu urteilen, wenn Du aufhörst, ĂŒber Dich selbst zu urteilen. Denn das, was Du in Dir selbst ablehnst, wird Dir als Spiegel in der AuĂenwelt prĂ€sentiert, damit Du Dich darin erkennen kannst. Das kennst Du auch unter dem Begriff âResonanzprinzip“ oder âSpiegelgesetzâ.
Wie Du in den Wald reinrufst, so schallt es zurĂŒck. Wie auĂen so innen. Die Welt das drauĂen ist die exakte Widerspiegelung Deiner Innenwelt, also wie Du ĂŒber Dich selbst denkst und fĂŒhlst und wie Du das bewertest.
Du kannst die anderen nicht Ă€ndern. Du kannst nur Dich selbst und Deine Einstellung zu den anderen Ă€ndern. Du hast die Macht. TschĂŒĂ Ohnmacht!
Sich seiner eigenen SchwÀchen und UnzulÀnglichkeiten bewusst zu werden und diese schonungslos und ehrlich ins Visier zu nehmen, erfordert schon etwas Mut.
Und es ist auch nicht immer angenehm, das zu tun. Es macht auch keinen SpaĂ. Manchmal tutâs auch weh! Aber es ist NOT-WENDIG, denn dadurch wendest Du Dich Deiner Not zu und langfristig von ihr wieder ab.
Jeder Mensch hat Baustellen, Neuröschen, Macken, einen Spleen oder Marotten. JEDER! Du, ich, Dein Chef, Deine Eltern, Dein Partner, Deine Freunde ⊠jeder!
Das ist es, was uns menschlich, sympathisch und liebenswert macht. Du bist interessant, weil Du einzigartig bist! Deshalb bist Du auch besonders. Und deshalb feiert Dich das ganze Universum, weil Du so bist, wie Du bist.
Wenn Du das vollstĂ€ndig erkennst, dann ĂŒbernimmst Du auf groĂartige Art und Weise Verantwortung fĂŒr Dein Handeln, Denken und FĂŒhlen und anerkennst Deine unendliche  Schöpferkraft. Dann beginnst Du zu erwachen, indem Du Dich erinnerst! Remember pleeease âŠ.!
âDein GlĂŒck ist Einstellungssache!â
Jeanette Richter
5. BEZIEHUNGSFĂHIGKEIT: Du bist Deiner bester Freund & nutzt Dein kraftvolles Netzwerk!
Die wichtigste Beziehung ist diejenige, die Du zu Dir selbst hast, denn Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Um Dich geht es bei allem und gerade hier in RE:MEMBER! geht es ja ĂŒberwiegend um Dich und Deine Sicht auf Dich. Dabei hilft Dir auch die Metta-Ăbung.
Du kannst Dir selbst nicht entfliehen und das ist auch gut so. Du nimmst Dich selbst ĂŒberall hin mit.
Denn es geht immer und ĂŒberall um Deine persönliche und spirituelle Entwicklung und dafĂŒr brauchst Du Deine Mitmenschen, die Dir als Lehrer auf Deinem Lebensweg dienen können. Dabei eignen sich besonders Liebesbeziehungen ganz hervorragend zum Lernen und Wachsen, auch wenn diese Lektionen manchmal sehr schmerzhaft sein können.
Im besten Falle hast Du ein Netzwerk, das Dir in unterschiedlichen Situationen Kraft, Hilfe und UnterstĂŒtzung bietet und Du dieses aktiv nutzt. Dabei hast Du auch mindestens 1 â 2 gute und verlĂ€ssliche Freunde, die Du jederzeit anrufen kannst. Und âŠ:
Du weiĂt, welche Kollegen oder Freunde Du jederzeit um Hilfe bitten kannst.
Und Du weiĂt, wen Du um Rat fragen kannst, wenn Du mal nicht weiter weiĂt.
Dir ist auch bewusst, wer sich in der Not  um Dich, Deine Kinder oder auch Deine Haustiere kĂŒmmert.
6. LĂSUNGSORIENTIERUNG: Du kennst den Weg & gehst ihn!
Wenn wir ein Problem haben, fokussieren wir uns zumeist ausschlieĂlich auf das Problem. Das ist dann ungefĂ€hr so, als wĂŒrden wir direkt mit der Nase vor einer Wand (dem Problem) stehen und uns fragen: âWo ist denn hier die TĂŒr?â Also wo ist die Lösung? Trittst Du aber ein paar Schritte zurĂŒck, dann erkennst Du, dass sich z. B. die TĂŒr nur ein paar Meter rechts von Dir befindet.
Auch stellen wir uns oft die falschen Fragen in der Hoffnung, die richtigen Antworten zu finden. Doch das ist erstens komplett irrsinnig und zweitens total unvernĂŒnftig. Ohne Herzensweisheit fĂŒhrt Dich Dein Kopf komplett in die Irre und damit in Ego-HĂ€nde, die manchmal direkt ins Leid fĂŒhren. Vernunft bedeutet hier, sich der Illusionen und TĂ€uschungen des Ego-Verstandes bewusst zu werden und diesen nicht zu erliegen.
Bei der herzbasierten Lösungsorientierung fokussierst Du Dich also nicht auf das, was eh nicht geht, sondern auf das, was möglich ist. Du wechselst von der Problem- zur Lösungssicht. Du Ànderst Deine Perspektive bzw. Deine Sicht- und Denkweise.
[Tweet „Erinnere Dich:Â Ob Du etwas als Problem oder als Chance wahrnehmen kannst, hat etwas mit der Art Deines Denkens zu tun.“]
Du erkennst, dass jede Situation verdrĂ€ngte oder nicht gesehene Lösungen beinhaltet, die Du lediglich (wieder)finden darfst. Dadurch wirst Du zu einem kreativen Denker, der sogar um die Ecken denken kann. Du bist offen fĂŒr neue Ideen und Möglichkeiten und akzeptierst auch vorlĂ€ufige Lösungen. Du baust Stress ab, indem Du Dich auf die Lösung und nicht auf das Problem fokussierst.
Dabei willst Du aber nicht unbedingt das Problem lösen, sondern Dich eher vom Problem lösen. Auch Goethe durfte damit wohl ein Thema gehabt haben, als er sagte:
âEin Problem zu lösen heiĂt, sich vom Problem zu lösen.â
So verÀnderst Du Deine Wahrnehmung und erweiterst Dein Handlungsspektrum.
Eine ganz wundervolle Ăbung, um Dich vom Problem zu lösen, ist Reframing. Wie Du das machen kannst erfĂ€hrst Du im Artikel: Reframing – die Macht der Umdeutens.
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