von Jeanette Richter | 17/05/2026 | Psychologie trifft Spiritualität |
Manchmal gestalten wir unser Äußeres um, damit wir uns im Inneren wieder wohlfühlen. In meiner Praxis in Lingen gab es gerade so ein Makeover – frische Farben, neue Energie, ein Raum, der zum Durchatmen einlädt. Doch während ich die Wände strich, wurde mir wieder einmal klar: Ein schöner Raum ist wundervoll, aber der wahre Frieden findet nicht an den Wänden statt, sondern in unserem Geist.
Oft versuchen wir nämlich nicht nur unsere Zimmer, sondern unser ganzes Leben, unsere Zukunft und unsere Mitmenschen zu „streichen“ und zu kontrollieren. Wir ziehen uns eine unsichtbare Ritterrüstung an, um gegen alles gewappnet zu sein. Doch genau dieser Schutz ist es, der uns am Ende den Atem raubt. Aber wie wäre es, wenn wir die Kontrolle loslassen könnten? Darum geht’s …

Hast Du es schon gewusst?
Wir alle laufen oft den ganzen Tag mit dieser unsichtbaren Rüstung durch die Gegend. Eine, die bei jedem Schritt und Tritt scheppert. Wir wappnen uns gegen Angriffe von außen: gegen den Chef, gegen die blöde Bemerkung der Nachbarin oder gegen das, was die Nachrichten uns wieder um die Ohren hauen.
Wir glauben, wenn wir nur gut genug planen und uns gegen alles und jeden absichern, dann wird uns nichts passieren. Und wenn uns einer dumm kommt, dann können wir uns ja immer noch verteidigen, oder?
Doch es gibt eine Wahrheit, die unseren inneren Kontrollfreak erst einmal schlucken lässt:
„Wenn ich mich verteidige, werde ich angegriffen.“ (Lektion 135, Ein Kurs in Wundern)
Das klingt erst mal paradox. Man denkt doch: „Wenn ich mich nicht verteidige, bin ich erst recht die Zielscheibe!“ Aber schauen wir uns das mal genauer an.
Warum Deine Rüstung Dich eigentlich stresst
Stell Dir vor, Du gehst in voller Rittermontur zum Supermarkt. Das Ding wiegt 40 Kilo, Du schwitzt wie ein Elch, und durch das Visier siehst Du nur einen ganz schmalen Schlitz. Du bist so damit beschäftigt, Dein Blech festzuhalten, dass Du gar nicht merkst, wie die Sonne scheint oder dass Dich jemand anlächelt.
In der Psychologie nennen wir das Hypervigilanz. Dein Nervensystem ist im Dauer-Alarm. Du scannst alles nach Gefahren ab: „Was könnte schiefgehen? Wie muss ich mich verhalten, damit niemand merkt, dass ich eigentlich gerade total unsicher bin?“
Das Problem ist: Wer eine Rüstung trägt, signalisiert der Welt: „Ich erwarte einen Angriff!“ Und die Psychologie der Resonanz zeigt uns: Menschen reagieren auf Deine Abwehrhaltung oft erst recht mit Widerstand. Dein Stress ist also eigentlich nur das Geräusch Deiner Rüstung, die am Boden schleift.
Planen ist oft nur eine Form von Angst
Hand aufs Herz: Wie viel Zeit verbringst Du damit, die Zukunft zu planen? Du organisierst, Du strukturierst, Du versuchst, das Leben in Deine Boxen zu pressen. Das tun wir alle! Aber was wäre, wenn wir den Kontrollgriff heute mal ein bisschen lockern?
Ein geheilter Geist lässt sich führen. Ein ungeheilter Geist will führen.
Oder anders ausgedrückt:
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Der geheilte Geist (unser Vertrauens-Profi) ist im Empfangs-Modus: Er bekommt die Impulse und geht dann einfach los.
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Der ungeheilte Geist (unser Drama-Regisseur) ist im Organisations-Wahn: Er will alles selbst managen, weil er glaubt, das Universum kriegt ohne seine To-Do-Liste gar nichts auf die Kette.
Wir planen oft, weil wir der Wahrheit in uns nicht vertrauen. Wir glauben, wir müssten das Steuer selbst in der Hand behalten, weil wir sonst gegen die Wand fahren. Das ist die klassische Kontrollillusion. Denn mal ehrlich – wann ist das Leben jemals exakt nach Deiner To-Do-Liste verlaufen?
Dieser ständige Versuch, die Gegenwart nach Deinen Wünschen zu biegen, ist wie das Wühlen in altem Papier. Du suchst nach Sicherheit in Deinen Plänen, während der Jackpot – Dein innerer Friede – längst in Deiner Tasche liegt.
Dein wahres Selbst braucht keine Security
Die Wahrheit ist: Das, was Du wirklich BIST, kann gar nicht angegriffen werden. Dein Körper kann mal zwicken, die Haut vor sich hinrunzeln und die Politik gibt ihr Bestes – aber Dein innerer Kern ist unzerstörbar.
Ein geheilter Geist plant nicht mehr krampfhaft. Er empfängt. Er wartet auf die Impulse und führt sie dann aus. Das klingt für uns Macher-Typen erst mal gruselig, aber eigentlich ist es die totale Erleichterung: Du musst dieses Leben nicht allein managen!
Die neue Strategie: Das „Navi“ übernehmen lassen
Was passiert eigentlich, wenn Du die Rüstung im Schrank lässt und aufhörst, Dein Leben wie einen militärischen Einsatz zu planen?
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Vom Kontrolleur zum Beifahrer: Der ungeheilte Geist will immer selbst am Steuer sitzen und bekommt Schweißausbrüche bei jeder Umleitung. Der geheilte Geist lehnt sich zurück. Warum solltest Du Dich mit dem Navi streiten, wenn es die Staus schon sieht, bevor Du den Motor anlässt?
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Die „Waffenruhe“ im Kopf: Anstatt zu überlegen, wie Du dem anderen Paroli bietest, probier mal das: Gar nichts tun. Lass die Argumente im Köcher. In der Psychologie wissen wir, dass Widerstand immer Gegen-Widerstand erzeugt. Wenn Du wehrlos bleibst, hat der Angriff des anderen kein Ziel mehr. Puff – weg ist die Energie!
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Vertrauen statt To-Do-Wahn: Wenn Du die Rüstung ablegst, merkst Du erst, wie viel Kraft Du hast. Du darfst darauf vertrauen, dass Dir im richtigen Moment genau der Satz oder die Idee einfällt, die Du brauchst. Das ist kein ignorantes „Mir doch egal“, sondern das Verständnis, dass Du sicher bist, egal was im Außen für ein Sturm tobt.
Das Ergebnis: Der Friedens-Flow
Wenn Du aufhörst, Dich ständig zu verteidigen, wird Dein Gang geschmeidiger. Du musst nicht mehr als Dein eigener Bodyguard durch die Welt laufen. Du merkst, dass das ganze Drama da draußen Deinen wahren inneren Kern gar nicht berühren kann.
Du bist sicher. Nicht, weil Du die Welt kontrollierst, sondern weil Du aufgehört hast, gegen die Wahrheit Deiner Wirklichkeit zu kämpfen. Das ist gelebtes Stressmanagement. Es lebt sich ohne 40 Kilo Blech am Körper nämlich viel leichter!
Ein kleines Glossar für Dein Verständnis:
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Ungeheilter Geist: Der hysterische Beifahrer (Ego), der alles kontrollieren will.
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Geheilter Geist: Der entspannte Draht nach oben (Höheres Selbst), der Impulse empfängt.
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Seele / Wahre Identität: Das Goldstück, das Du im Kern bist und das niemals in Gefahr war.
Möchtest Du tiefer in diese Themen eintauchen? Dann lade ich Dich herzlich zum Zeitwellen-Café ein. Wir treffen uns immer am ersten und dritten Sonntag im Monat um 10 Uhr live via Zoom, um gemeinsam neue Sichtweisen zu entdecken.
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Alles Liebe,
Deine Jeanette 🌸
von Jeanette Richter | 07/04/2026 | Ein Kurs in Wundern |
Manchmal reicht ein einziger Gedanke – und plötzlich fühlt sich alles ein kleines bisschen leichter an. Nicht, weil sich im Außen etwas verändert hat, sondern weil sich innen etwas verschiebt. Du musst nicht alles alleine tragen. Lektion 97 aus Ein Kurs in Wundern bringt genau so einen Gedanken mit: Ich bin reiner Geist.
Meistens erlebst Du Dich eher als jemand, der funktionieren muss, der Entscheidungen treffen muss, der Verantwortung trägt. Und genau daraus entsteht oft dieser Druck, alles im Griff haben zu müssen.
Im Alltag zeigt sich das ganz konkret:
- Du versuchst, für alles eine Lösung zu finden
- Du denkst viel nach, um nichts falsch zu machen
- Du fühlst Dich verantwortlich für Dinge, die eigentlich gar nicht in Deiner Hand liegen
Und genau hier setzt diese Lektion 97 an. Sie erinnert Dich daran, dass Du nicht nur diese „machende“ Instanz bist, die alles kontrollieren muss. Da ist noch etwas anderes in Dir. Etwas, das nicht ständig bewertet, plant oder kämpft. Etwas, das eher beobachtet, wahrnimmt und trägt.
Wenn Du Dich darauf einlässt, entsteht oft ein kleiner Abstand zu dem, was Dich sonst sofort mitreißt. Gedanken sind dann nicht mehr ganz so laut, Situationen nicht mehr ganz so schwer.
Es geht nicht darum, nichts mehr zu tun. Sondern darum, nicht mehr alles alleine tun zu müssen.
Und vielleicht ist genau das die Entlastung:
Dass Du nicht permanent derjenige sein musst, der alles regelt.
Manchmal reicht ein kurzer Moment, in dem Du innerlich innehältst und Dich erinnerst:
Ich bin mehr als das, was ich gerade denke.
von Jeanette Richter | 16/02/2025 | Ein Kurs in Wundern |
Hast Du manchmal das Gefühl, dass alles auf Deinen Schultern lastet? Dass Du derjenige bist, der alles regeln, planen und für alle sorgen muss? Dass, wenn Du nicht alles im Griff hast, das Chaos ausbricht? In unserer modernen Gesellschaft gilt es als Zeichen von Stärke, alles unter Kontrolle zu haben. Wir glauben, wenn wir nur genug planen, uns genug anstrengen und jede Eventualität absichern, dann sind wir sicher. Doch wie oft hast Du wirklich erlebt, dass das funktioniert? Was, wenn Stärke gar nicht bedeutet, alles selbst zu schaffen? Was, wenn wahre Stärke darin liegt, loszulassen und zu vertrauen? Genau hier setzt Lektion 47 aus Ein Kurs in Wundern an:
„Gott ist die Stärke, auf die ich vertraue.“
Dieser Satz lädt uns dazu ein, unser Konzept von Stärke zu hinterfragen. Bedeutet Stärke wirklich, alles alleine zu bewältigen? Oder bedeutet sie, sich auf etwas Größeres zu verlassen – eine Kraft, die uns trägt, wenn wir es zulassen?
Diese Lektion ist eine Einladung, Kontrolle loszulassen, Vertrauen zu lernen und zu erkennen, dass Sicherheit nicht durch Anstrengung, sondern durch inneres Loslassen entsteht. Lass uns gemeinsam eintauchen.
Kontrolle ist nicht gleich Sicherheit
Wir alle kennen das Gefühl, etwas unbedingt unter Kontrolle behalten zu wollen.
- Das Bedürfnis, eine Beziehung zu retten, die sich verändert.
- Der Drang, den perfekten Karriereweg zu planen.
- Die Angst, dass ohne unsere Kontrolle alles aus dem Ruder laufen könnte.
Doch tief in uns wissen wir: Kontrolle gibt uns nur eine Illusion von Sicherheit. Denn das Leben ist nicht planbar – zumindest nicht so, wie wir es gerne hätten.
Und genau das ist der Punkt, an dem das Ego Alarm schlägt.
💡 Das Ego glaubt: Wenn ich die Kontrolle abgebe, verliere ich.
💡 Die Wahrheit ist: Wenn ich die Kontrolle abgebe, werde ich frei.
Denn Kontrolle hält uns in einem Zustand der Anspannung und des Widerstands. Vertrauen hingegen entspannt.
Doch wie kommen wir von diesem Kontrollzwang ins Vertrauen?
Warum wir ständig kämpfen – und warum es uns auslaugt
Das Ego liebt Kampf. Es denkt:
- „Wenn ich nicht kämpfe, verliere ich.“
- „Wenn ich nicht alles absichere, passiert etwas Schlimmes.“
- „Wenn ich mich entspanne, werde ich überrollt.“
Doch wenn wir ehrlich sind: Wann hast Du Dich das letzte Mal wirklich sicher gefühlt?
Nicht, weil Deine Pläne perfekt funktioniert haben, sondern weil Du innerlich eine tiefe Ruhe gespürt hast?
Lektion 47 erinnert uns daran, dass unsere wahre Sicherheit nicht aus Anstrengung kommt, sondern aus Vertrauen.
„Gott ist die Stärke, auf die ich vertraue.“
Und das bedeutet: Meine Sicherheit kommt nicht von Geld, von Plänen, von Bestätigung oder Kontrolle. Sie kommt aus einer inneren Quelle, die mich trägt – wenn ich es zulasse.
Die Upanishaden bringen diesen Gedanken wunderbar auf den Punkt:
„Wer in sich selbst das Göttliche erkennt, für den gibt es keine Furcht mehr.“
Denn Angst entsteht nur dort, wo wir glauben, dass wir alleine kämpfen müssen.
Wie fühlt es sich an, wirklich zu vertrauen?
Stell Dir vor, Du bist im Meer.
Wenn Du versuchst, Dich krampfhaft über Wasser zu halten, wird es anstrengend. Doch wenn Du Dich auf den Rücken legst und vertraust, dass das Wasser Dich trägt, kannst Du entspannen.
💡 So ist es mit dem Leben. Es trägt Dich bereits – aber Du musst aufhören, gegen die Wellen zu kämpfen.
Doch wie setzt man das konkret um?
Praktische Schritte: Wie Du Lektion 47 im Alltag lebst
1. Beobachte Deine Kontrollmuster
Achte heute darauf, wann Du versuchst, Dinge zu kontrollieren.
- Wann planst Du exzessiv?
- Wann wirst Du ängstlich, weil etwas nicht nach Deinem Willen läuft?
- Wann hast Du das Gefühl, dass alles an Dir hängt?
Sobald Du es bemerkst, halte kurz inne und sage:
👉 „Gott ist die Stärke, auf die ich vertraue.“
Spüre, ob sich etwas in Dir entspannt.
2. Übe bewusstes Loslassen
Teste es aus: Lasse bei einer Sache heute bewusst los.
- Entscheide Dich, einen Ausgang nicht zu kontrollieren.
- Nimm Dir eine bewusste Pause von der Angst.
- Beobachte, was passiert, wenn Du nicht eingreifst.
Oft lösen sich Dinge leichter, wenn wir sie nicht mit aller Kraft festhalten.
3. Baue Vertrauen in Deinen Körper ein
Viele von uns leben nicht nur in mentalem Stress, sondern auch in körperlicher Anspannung.
👉 Setze Dich für eine Minute hin, atme tief durch und wiederhole innerlich:
„Ich lasse los. Ich bin sicher. Ich vertraue.“
Achte darauf, ob sich Dein Atem verändert, Deine Schultern entspannen oder Dein Herzschlag ruhiger wird.
Denn unser Körper ist ein direkter Spiegel unseres Geistes. Wenn wir unser Denken verändern, verändert sich unser körperliches Empfinden mit.
Fazit: Wahre Stärke ist kein Kraftakt – sie ist eine Entscheidung
Viele glauben, Stärke bedeutet, härter zu arbeiten, mehr zu leisten, alles alleine zu schaffen.
Doch wahre Stärke bedeutet, dass Du nicht mehr gegen das Leben ankämpfst, sondern mit ihm gehst.
💡 Wahre Stärke ist zu wissen, dass Du nicht alleine bist.
💡 Wahre Stärke ist zu erkennen, dass Kontrolle nicht Sicherheit bringt.
💡 Wahre Stärke ist das Vertrauen, dass das Leben Dich trägt – wenn Du es lässt.
Also frage Dich heute:
- Wo kämpfe ich noch unnötig?
- Wo kann ich loslassen?
- Wo kann ich aufhören, alles allein regeln zu wollen – und stattdessen auf eine tiefere Kraft vertrauen?
Denn eines ist sicher: Du bist nicht allein. Du warst es nie.