von Jeanette Richter | 24/03/2024 | Ein Kurs in Wundern |
Hey Du! Ja, genau Du! Hast Du Dir schon mal überlegt, warum es so wichtig ist, nett zu Dir selbst zu sein? In Lektion 84 geht’s genau darum.
Klar, manchmal ist es echt schwer, sich selbst zu mögen, besonders wenn mal wieder alles schiefläuft. Aber weißt Du was?
Ein weiser Mensch hat mal gesagt: „Die Liebe hat mich erschaffen wie sich selbst.“ Und das stammt nicht von irgendwem, sondern direkt aus Ein Kurs in Wundern, genauer gesagt aus Lektion 84.
Die Liebe & Du
Jetzt fragst Du Dich bestimmt: „Was hat das denn bitte mit mir zu tun?“
Ganz einfach: Wenn die Liebe Dich erschaffen hat, dann bist Du quasi ein Mini-Me der Liebe. Und würdest Du jemanden angreifen, der Dir so ähnlich ist? Na also!
Stell Dir mal vor, die Liebe steht persönlich vor Dir und Du fängst an, sie zu kritisieren und runterzumachen.
Das würdest Du nie tun, oder? Aber genau das machst Du manchmal mit Dir selbst. Ist irgendwie schon ein bisschen absurd, findest Du nicht?
Also, hier kommt mein Tipp
Sei einfach ein bisschen netter zu Dir selbst.
Behandle Dich so, wie Du Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin behandeln würdest.
Lach über Deine eigenen Witze, auch wenn sie manchmal echt flach sind. Gönn Dir eine Extra-Portion von Deinem Lieblings-Eis, wenn Du einen miesen Tag hattest.
Und wenn Du mal wieder denkst: „Oh man, ich bin so ein Versager!“, dann stell Dir einfach vor, wie die Liebe höchstpersönlich Dir liebevoll auf die Schulter klopft und sagt:
„Hey, mach Dir keinen Stress. Ich hab Dich erschaffen wie mich selbst, also bist Du quasi perfekt!“
In diesem Sinne: Mach es Dir heute gemütlich, lächle Dein Spiegelbild an und denk immer dran:
Die Liebe hat Dich erschaffen wie sich selbst. Und das ist doch eigentlich ziemlich cool, oder?
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Lektion 84
Die vollständige Tageslektion aus Ein Kurs in Wundern kannst Du hier nachlesen
Alles Liebe
Deine Jeanette
von Jeanette Richter | 30/12/2023 | Spirituelle Stressbewältigung |
Hast Du heute schon gut für Dich gesorgt? Ich bin sicher, dass Du das hast. Du hast was gegessen oder getrunken, hast Dich gewaschen oder Dich selbst angelächelt. Also hast Du Selbstfürsorge praktiziert- ganz selbstverständlich. Doch wahre SelfCare oder Selbstfürsorge besteht aus mehr als körperlicher Bedürfnisbefriedigung. Sie ist so essentiell für unser Wohlbefinden und unsere psychische wie physische Gesundheit.
Nur wenn wir auch auf uns selbst achten und unsere eigenen Bedürfnisse – auf allen Ebenen – stillen, können wir anderen wirklich mit Freude dienen und die Herausforderungen des Alltags meistern.
In diesem Artikel möchte ich Dir ein paar einfache Strategien und Tipps an die Hand geben, mit denen Du Deine eigene Selbstfürsorge stärken kannst. Denn „die stillen Helden des Alltags„, wie ich sie in einem früheren Beitrag genannt habe, verdienen unsere besondere Zuwendung.
Wie immer lade ich Dich ein, auch Deine eigenen Ideen und Erfahrungen mit Selbstfürsorge in den Kommentaren zu teilen. Gemeinsam können wir einander unterstützen und inspirieren, ein Leben in mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden zu führen.
Ich wünsche Dir viel Freude bei der Lektüre!
Zugehörige Podcastfolge
Was bedeutet das Wort SelfCare genau?
SelfCare bedeutet, dass Du gut für Dich selbst sorgst und Dich gut um Dich kümmerst. Bei dem Wort SelfCare geht es daher nicht nur um Wohlfühlen oder relaxtes Entspannen im heimischen Garten oder im eigenen Wohnzimmer. Das kann zwar auch ganz nett sein, aber hinter SelfCare steckt viel mehr.
Bei SelfCare geht es um Deine wahre Identität. Um ein Gewahrsein Deiner wahren Natur.
Denn sie drückt aus, wie Du zu Dir und Deinem wahren Selbst stehst. Welche Wahrnehmung Du von Dir selbst hast, also wie Du Dich selbst wahrnimmst, wie Du mit Dir selbst umgehst.
Denn von dieser Selbst-Wahrnehmung hängt ab, ob Du ein eher glückliches und damit „leichteres“ Leben oder ein eher stresserfülltes und damit anstrengenderes Leben führst.
SelfCare steht auch für die Art und Weise, wie Du Dein Leben führst (deshalb schreibe ich auch gerne Selbstfü(h)rsorge mit „h“). Du bist also Deine eigene Führungskraft!
Und SelfCare steht auch für Deine Einstellungen zum Leben!
Für Deine Einstellung zu Dir und dem Göttlichen in Dir!
Und von welchen Maximen, Prinzipien, Glaubenssätzen oder Überzeugungen Du Dich in Deinem Leben steuern lassen und wie Du Dich selbst und andere behandeln möchtest.
Und sie beinhaltet auch eine wichtige Komponente: Deine Einstellung zum Tod.
Oder wie Du mit der Tatsache Deiner eigenen Endlichkeit umgehst.
SelfCare drückt aus, WIE Du zu Dir stehst!
SelfCare steht für die Art und Weise, wie Du Dein Leben führst. Sie steht für Deine Einstellungen zum Leben! Für Deine Einstellung zu Dir!
Und von welchen Maximen, Prinzipien, Glaubenssätzen oder Überzeugungen Du Dich in Deinem Leben steuern lassen und wie Du Dich selbst und andere behandeln möchtest.

Deine Einstellung zum Ende
Und sie beinhaltet eben auch eine wichtige Komponente: Deine Einstellung zum Tod. Oder wie Du mit der Tatsache Deiner eigenen Endlichkeit umgehst.
Ignorierst Du sie oder hast Du sie integriert? In Dein kraftvolles Leben, um Dein Leben in Fülle zu leben?
SelfCare ist ein (Schein-)Anglizismus! Das Wort entstammt der englischen Sprache und wird aber mehr und mehr auch im deutschen Sprachraum verwendet.
Der Vorteil dieses englischen Wortes SelfCare ist, dass es viele Bedeutungen in sich vereint. Im Deutschen gibt es leider kein adäquates Wort dafür.
Oder vielleicht doch! Und zwar „Seelsorge“. Denn eigentlich geht es bei Self um den ganzheitlichen Aspekt des Menschsein. Um mentale, emotionale, spirituelle, körperliche und soziale Aspekte. Doch dazu später mehr.
SelfCare setzt sich aus 2 englischen Worten zusammen: Self und Care! Und ich schreibe es auch am liebsten so: SelfCare.
Wörtlich übersetzt bedeutet „Self“ = Selbst oder „selber“ und „Care“ = sich pflegen, sich kümmern, für jemanden sorgen, jemanden versorgen oder pflegen. Oder wie in „do care“: Kümmer’ Dich! oder wie in „take care“: Pass gut auf Dich auf!
SelfCare als Selbstfürsorge
Du kannst also SelfCare im weitesten Sinne als Selbstfürsorge oder Selbstpflege, Selbstannahme oder Selbstverantwortung übersetzen.
Oder wie ich es eben verstehe:
SelfCare als praktizierte Selbstwertschätzung. Das Wort „Self“ deutet auch darauf hin, dass nur Du selbst es tun kannst und niemand für Dich.
Dass Du selbst für Dein Wohlergehen und Dein Glück verantwortlich bist und kein anderer. Du siehst also, in dem Wort SelfCare steckt so allerhand und hinter dem Wort verbirgt sich so manches, was dienlich und nützlich für Dich ist.
Such’ Dir einfach das Wort aus, das Dir am besten gefällt.
Zusammengefasst lässt sich sagen:
SelfCare drückt die Art und Weise aus, wie ich mich selbst wertschätzend um mich selbst kümmern möchte, ohne andere dabei zu vernachlässigen.
Selbstfürsorge oder Egoismus?
SelfCare ist eine gesunde Form der Selbstliebe, bei der Du Dich selbst und Deine Mitmenschen im Fokus behältst.
Das unterscheidet Selbstfürsorge vom „starren“ Egoismus.
Egoismus ist eine Haltung, die gekennzeichnet ist durch das Streben nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person. Nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden Wünsche, ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer.
Egoismus wird auch bezeichnet als Selbstsucht, Ichsucht oder übertriebener Eigenliebe.
Aber ohne Eigenliebe oder Selbstliebe funktioniert keine SelfCare.
Wir können anderen nur geben, was wir selbst besitzen. Und wenn Du keine Energie, keine Kraft, keine Power mehr hast, dann kannst Du auch anderen nichts geben und nicht gut für andere da sein.
Denn: Zwei Ertrinkende können sich schlecht gegenseitig retten!
Egoismus kann daher auch als eine Art Lehre verstanden werden, nach der alles, auch das altruistische (= selbstlose, uneigennützige) Handeln, auf Selbstliebe beruht.
Im Buddhismus wird zum Beispiel gelehrt, dass ein Mensch erst dann gut für andere sorgen oder ihnen dienen kann, wenn er selbst sein „ICH“ angenommen und gut für sich gesorgt hat.
Bist Du schon einmal geflogen? Ja? Dann kennst Du das ja sicher. Bevor die Maschine abhebt, verliest die Stewardess oder der Steward (heute heißt das ja FlugbegleiterIn) die Sicherheitsregeln.
Eine Regel lautet wie folgt
… Im Falle eines Druckabfalls setzen Sie sich bitte zuerst selbst die aus der Decke fallende Sauerstoffmaske auf, und kümmern sich dann um ihren Nachbarn!
Also ist ein gesunder Egoismus Bestandteil jeder SelfCare. Sie gehört zur gesunden Selbstfürsorge!
Erst wenn es uns gut geht, haben wir auch die Kraft uns um andere zu kümmern. Deshalb ist ein gesunder Egoismus wichtig! Denn wir helfen damit uns und anderen!
Nur wer auch (nicht ausschließlich) an sich und seine Bedürfnisse denkt und diese nicht vernachlässigt, kann in einem Zustand der Fülle leben.
Wer dagegen ständig in einem Zustand des Mangels lebt und glaubt, ihm fehle etwas oder er müsse ständig aufpassen, nicht zu kurz zu kommen oder übervorteilt zu werden, der wird anderen vorwerfen, egoistisch zu handeln.
Du bist also nicht egoistisch oder selbstsüchtig, wenn Du Dich gut um Dich selbst kümmerst. Du bist nur zufriedener!
Daher beinhaltet jede SelfCare praktizierte Selbst-Wertschätzung und ist ein effektiver und alltäglicher Hausputz für Deine Seele.

Die 5+1 Aspekte der Selbstfürsorge
SelfCare ist höchstpersönlich und ganz individuell. Daher kann gesunde Selbstfü(h)rsorge auch für jeden anders aussehen.
Das kennen wir schon aus der Stressforschung. Denn genau wie beim Stress ist nicht für jeden die gleiche Situation stressig. Jeder erlebt und bewertet Stress anders. Was dem einen gut tut, lässt den anderen ganz kalt.
So ist es auch bei SelfCare: Was dem einen gut tut, löst beim anderen eher Stress aus!
Doch eines ist allen gleich: Es geht immer um den wichtigsten Menschen in Deinem Leben – um DICH!
Daher finde heraus, was DIR gut tut und integriere das dann in Deinen Alltag und mach es Dir zur Gewohnheit.
Deine SelfCare oder Selbstfürsorge kannst Du auf 5 Ebenen bzw. durch 5 +1 Aspekte verbessern.
- physischer Aspekt
- sozialer Aspekt
- mentaler Aspekt
- emotionaler Aspekt
- spiritueller Aspekt
- praktischer Aspekt
1. Der körperliche (physische) Aspekt
Alles was hierunter fällt, dient Deinem körperlichen Wohlergehen.
Beim körperlichen Aspekt geht es um Bewegung jeglicher Art. Dazu zählt bewusstes Treppensteigen ebenso wie Hausputz, Gartenarbeit, Joggen, Walken, Fitnesstraining, Gymnastik, etc.
Auch die Ernährung zählt dazu. Nicht immer nur FastFood essen, sondern auch mal was anderes. Und es geht um Dein Entspannungs- und Ruhebedürfnis.
Und um den Schlaf bzw. Deine Schlafgewohnheiten. Wer länger als 14 Tage am Stück schlecht schläft, sollte sich darum kümmern. Es geht auch um Dein äußerliches Erscheinungsbild, um Pflege und Hygiene. Auch um Deine Zähne.
Beim körperlichen Aspekt geht es also ganz allgemein gesprochen um das „Haus“ in dem DU wohnst.
Wenn das kein „Heim“ für Dich ist, sondern eher eine Bruchbude, ein gammeliges Kabuff oder eine Notunterkunft, dann leidet Deine SelfCare.
Du merkst, dass dieser Aspekt bei Dir ausgewogen ist, wenn Du genug Energie und Power besitzt, wenn Du Dich entspannt und ausgeruht fühlst oder Du diesen Umstand binnen 1-2 Tagen wieder herstellen kannst.
Und Du merkst das auch daran, wenn Du seltener „normal“ krank bist, weniger Allergien hast und wenn Du weniger stressbedingte Beschwerden aufweist.
2. Der mentale Aspekt
Beim mentalen Aspekt geht es um Deine Einstellungen, Deine mentalen Konstrukte und um Deine Gedanken. Besser gesagt, um die Art und Weise, wie DU denkst.
Hier geht es um Bewertungen, Meinungen und Urteile, die Du über Dich selbst oder andere oder die Welt hast bzw. fällst.
Denn wie schon Epiktet vor mehr als 2000 Jahren sagte:
„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Beurteilungen über die Dinge.“ (Epiktet 55 n. Chr. – 135 n. Chr.)
3. Der emotionale Aspekt
Beim emotionalen Aspekt geht es um Deine Gefühle und wie Du sie ausagierst.
Wenn Du Deine Gefühle nicht kontrollieren kannst, wirst Du zum Sklaven Deiner eigenen Emotions. Das ist weder prickelnd für Dich, noch für Deine Mitmenschen, noch zeugt es von großer Geistesstärke.
Es geht nicht darum, Deine Gefühle zu unterdrücken, sondern diese liebevoll umzuwandeln, indem Du Deine „negativen“ Gefühle annimmst.
Dein Herz ist genauso wichtig, wie Dein Kopp“.
4. Der spirituelle Aspekt
Beim spirituellen Aspekt der Selbstfürsorge geht es um Dein Eingebundensein in dieser Welt.
Auch um Deinen Glauben, Deine Werte und Normen – all das, was Dir und Deinem Leben Sinn, Halt und Orientierung gibt.
Das kann Deine Ursprungsreligion sein oder Meditation, christliche Arbeit oder ehrenamtliche Tätigkeit.
Wichtig ist nur, dass Du Dich mit Deiner spirituellen Dimension beschäftigst und klar für Dich kriegst, was Du damit verbindest.
Also was für Dich Spiritualität bedeutet.
Viele antworten auf die Frage: „Glaubst Du an Gott oder eine übergeordnete Macht oder ein Prinzip?“ mit dem Satz: „Also ich bin kein Kirchgänger, aber ….!“
Spiritualität kann Religiosität beinhalten – muss es aber nicht.
Wenn Du Dir selbst kein Geheimnis bleiben möchtest, frage Dich also:
- Was ist mir wichtig und warum?
- Wie schaut mein Wozu im Leben aus?
- An was orientiere ich mich?
- Wem oder was habe ich noch nicht vergeben?
- Was gibt mir Halt, Kraft und Stärke?
- Welche Rituale praktiziere ich jeden Tag?
- Wie sieht es aus mit meinem Glauben?
- Wonach richte ich mich aus?
- Was bedeutet für mich das Wort Spiritualität?
5. Der soziale Aspekt
Hier geht es um Ausgewogenheit zwischen Deinem Bedürfnis nach Gemeinschaft und Deinem Bedürfnis nach Sich-Zurückziehen oder Alleinsein.
Denn wir sind soziale Wesen und brauchen Menschen, die wir lieben können und die uns lieben.
Viele Menschen brauchen das Gefühl der Zugehörigkeit, denn sie wollen sich mit anderen Menschen verbunden fühlen und von diesen z. B. gehört, gesehen und gefühlt werden.
Ich bin gerne Solist – aber nicht nur!
Auch wenn wir gut alleine sein können, heißt das nicht, dass wir komplett auf andere Menschen verzichten können. Wenn wir das tun, dann findet kaum mehr soziales Lernen statt.
Der Mensch wird am Du zum Ich
„Der Mensch wird am DU zum ICH!“, sagte schon Martin Buber. Und jeder von uns kann das bestätigen. Gemeint ist, dass der Mensch seine Identität in Beziehung und Relation zu seiner Umwelt bildet.
Erst die Begegnung mit dem anderen, dem „DU“, ermöglicht die Bildung eines eigenen „ICH“. Und hier muss sich das eigene „ICH“ immer wieder gegenüber dem „DU“ abgrenzen, seine eigenen Grenzen kennen, ausloten oder auch mal überschreiten.
Denn wie oft haben wir gerade erst durch einen anderen Menschen wieder etwas über uns selbst gelernt.
Wir Menschen adaptieren gerne, ahmen gerne nach und orientieren uns an anderen.
Vergleiche Dich nicht so oft mit anderen
Doch dabei müssen wir ständig aufpassen, dass wir uns nicht im anderen verlieren oder nur noch für ihn oder sie leben. Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht am Vergleich zerbrechen oder uns ständig unwohl fühlen, weil wir uns mit anderen vergleichen.
Und wenn uns das dann doch passiert, dann dürfen wir vergeben oder lernen, uns mit dem auszusöhnen, was uns so stresst.
Das sagt auch folgendes Zitat, dessen Verfasser leider unbekannt ist:
„Wenn es Dir so richtig schlecht gehen soll, dann vergleiche Dich mit anderen!“
Wir lernen von anderen Menschen und entwickeln uns weiter, weil sie uns anstoßen, weiterschubsen, mal sanft, mal nachdrücklich.
Auch spiegeln wir uns in anderen Menschen wider, fühlen mit ihnen, entwickeln Empathie und Mitgefühl für ihre Sorgen und Nöte.
Und wir könnten noch einen 5+1, einen 6. Aspekt hinzufügen: den praktischen Aspekt der Selbstfürsorge.
6. Der praktische Aspekt
Alles Wissen bringt nichts, wenn es nicht umgesetzt wird.
Dann sind es nur mentale „Klugscheißereien“.
In der praktischen Dimension geht es um Dein TUN! Um Struktur und Routine. Um die Art und Weise, wie Du es schaffst – ganz konkret und praktisch – Deinen Alltag so zu gestalten, dass alles was Du tust ein Ausdruck dessen bist, was und wer Du bist oder sein willst.
Das bedeutet permanentes Üben. Denn Rom oder andere Städte wurden ja auch nicht an einem Tag erbaut. Und Meister fallen auch nicht vom Himmel.
Aber Du kannst ein Meister Deiner persönlichen Lebensgestaltung werden – wenn Du Dich dafür entscheidest und Dich wieder daran erinnerst, wer oder was Du in Wahrheit sein willst. Rituale können helfen, Deinen Tag zu strukturieren bzw. den Fokus auf das Wesentliche gleich zu Beginn des Tages zu richten.
“Du musst Dein Ändern leben!“
von Jeanette Richter | 31/10/2023 | Ein Kurs in Wundern |
In der heutigen Folge Lektion 85 geht es um die Liebe und warum wir so oft weglaufen vor ihr, beziehungsweise, warum wir es zulassen, dass der Groll die Sicht auf die Liebe und Dein wahres Selbst versperrt.
“Mein Groll verbirgt das Licht der Welt in mir.”
So heißt es in Lektion 69 aus Ein Kurs in Wundern und mit Lektion 85 wird die Wiederholung eingeleitet.
Ja, und da geht es genau darum, … wenn Du Dich angegriffen fühlst, wenn Du mit Wut reagierst oder mit Groll, dann hast Du Angst.
Du hast Angst, etwas falsch gemacht zu haben, entwickelst vielleicht Schuld- oder Schamgefühle und fühlst Dich nicht ganz bei Dir.
Und dieser Groll, diese Wut lässt Deine Gedanken dunkel werden.
Dein Groll verbirgt das Licht, das Du bist. Die Wut verbirgt das Licht der Welt in Dir.
Doch Du willst ja sehen, Du willst wirklich sehen.
Zugehörige Podcastfolge
Was bedeutet eigentlich “Sehen”?
Sehen bedeutet, über das hinauszusehen, was jemand anderer Dir vermeintlich gerade in diesem Moment angetan hat oder was Du glaubst, jemand anderem angetan zu haben, wo Du gemerkt hast, der versteht es nicht ganz so, wie Du es vielleicht gemeint hast.
“Groll und Licht kann es nicht zusammen geben, Licht und die Schau, jedoch müssen verbunden sein, damit ich sehe!”,
Ja, Du kannst durch das, was Dir momentan widerfährt, widerfahren ist, was Du getan hast oder nicht getan hast, hindurchschauen.
Tatsächlich hindurchschauen.
Ein Kurs in Wundern: Lektion 85
Du kannst den Groll weglegen, beiseitelegen, so als würdest Du etwas, was sich sowieso schon lange nicht mehr gut anfühlt, einfach zur Seite legen. Du kannst es ablegen, Du kannst es einfach weglegen.
Als würdest Du ein Stück heiße Kohle, an der Du Dir ja nur Deine eigenen Fingerlein verbrennst, einfach zur Seite legen.
Vielleicht musst Du es auch irgendwo hinlegen, wo es nicht weiter durchbrennen kann, z. B. auf einen Teller oder wie auch immer.
Denn Du möchtest Dich nicht weiter umtreiben lassen, von irgendwelchen sorgenvollen Gedanken, die Deinen Geist verfinstern, denn, wenn Du das tust und das tun wir immer wieder, dann übernimmt das Ego die Regie.
Dann macht es sich breit in Deinem Oberstübchen – das muss Dir klar sein.
Die vollständige Tageslektion aus Ein Kurs in Wundern kannst Du hier nachlesen
Lerne Dein Ego kennen
Aber dadurch lernst Du Dein Ego sehr gut kennen. Denn sobald Du Dich angegriffen fühlst, merkst Du oftmals auch, dass da wieder ein Thema aus der Dunkelheit, aus Deinem Unterbewusstsein hervorgekrochen kommt, um jetzt – ja vielleicht jetzt – endlich im Licht der Liebe anders gesehen zu werden.
Und es ist nicht leicht, das beiseite zu legen oder anders zu sehen, aber es kann leicht werden, wenn Du Dich entscheidest, das anders sehen zu wollen.
“Lasst mich dies nicht als Hindernis gegen die Sicht benutzen.”
Und die Sicht heißt eine liebevollere Sicht, eine andere Denkweise.
Lass das, was Dir momentan widerfährt, Dir dazu verhelfen, dazu dienen, dass Du die Liebe in Dir erfahren kannst.
Das Licht der Welt wird all dies hinwegleuchten. Vertrau dem Prozess. So mies oder fies oder gemein oder schuldbeladen oder aggromäßig oder grollig oder wütend Du das gerade auch erleben magst.
Egal wie unverstanden Du Dich momentan gerade fühlen magst, lasst nicht zu, dass das, was da gerade passiert, Deinen Geist verfinstert.
Lass Liebe den Groll ersetzen
Es ist wieder hervorgekommen, um Dir zu zeigen, wo die Reise hingehen darf.
Es ist deswegen wieder hochgekommen, weil Du weißt und ganz tief in Dir spürst und das schon immer wusstest, dass dieses Thema vielleicht noch nicht geheilt ist, aber vielleicht ist es jetzt möglich.
Vielleicht bist Du jetzt so weit und kannst es jetzt heilen.
Möglicherweise kannst Du jetzt tatsächlich Dein inneres Licht anknipsen und all das hinwegleuchten, was Dich jetzt momentan gerade in den Unfrieden treibt oder getrieben hat.
Du brauchst es dann nicht mehr hervorzuholen, weil Du jetzt endlich sehen willst!
Was willst Du sehen?
Frieden. Endlich Frieden. Und Du willst Liebe sehen in der Situation.
Egal, was Du momentan gemacht hast, gedacht hast, gesagt hast oder in der Vergangenheit getan, gemacht oder nicht getan hast.
Du willst Frieden sehen und Du lässt der Situation, der Person Frieden angedeihen, Du lässt sie los.
Denn in Lektion 70 heißt es
“Meine Erlösung kommt von mir.”
Du kannst Dich erlösen. Die Kraft, die Quelle in Dir, kann Dir dabei helfen, zu einer anderen Sicht zu gelangen.
Heute will ich begreifen, wo meine Erlösung ist. Sie ist in mir, weil ihre Quelle dort ist.
Das Göttliche ist in Dir. Du bist Dein eigener Schöpfer.
Du hast Deinen Vater, Deine Mutter, Deinen besten Freund, Papa, oder wie auch immer Du es benennen magst, niemals verlassen.
In Wahrheit ist alles gut
Nochmal: Du hast Deine Quelle niemals verlassen.
Und daher kann sie Deinen Geist auch nicht verlassen haben.
Es ist nicht so, dass Du irgendetwas falsch gemacht hast. Selbst wenn das außen Dir sagt, dass Du etwas falsch gemacht hast.
Selbst wenn das außen Dich angreift, wenn es mit Unverständnis auf etwas reagiert, was Du momentan für Dich als ganz wichtig und wesentlicher achtest.
Ja, selbst wenn Du zum Gegenschlag ausholen möchtest und Dich verteidigen oder rechtfertigen, entschuldigen oder Abbitte leisten willst:
Du bist vollkommen. In Dir ist alles gut.
Lass den anderen los. Grolle nicht, Du brauchst nicht außerhalb von Deinem Selbst nach dem zu suchen, was Dir Erlösung bringt.
Den Frieden trägst Du in Dir, da war er immer, wird er immer sein.
Es heißt hier weiter,
…viel mehr wird sie aus meinem Innern, über sich hinausreichen und alles, was ich sehe, wird nur das Licht, das in mir und in ihr leuchtet, widerspiegeln.
Das ist nicht leicht.
Du hast das Ego in Dir, aber Du musst es nicht hassen
Dein Ego ist in Dir, Dein Ego wird Dir dabei helfen, auch aus dieser ganzen Schlamassel, aus Deinen stresserfüllten Gedanken auszusteigen.
Aber Du triffst diese Entscheidung.
Das Ego kann diese Entscheidung nicht treffen.
Das Ego ist nicht für Dein Glück verantwortlich, denn Deine Erlösung kommt von Dir.
Vielleicht kann der folgende Satz helfen:
Möge diese Situation mich nicht versuchen, meine Erlösung fern von mir zu suchen.
Du brauchst nicht irgendwo außerhalb von Dir nach Frieden zu suchen oder dem, was Dich glücklich macht, denn das Glück trägst Du ja in Dir.
Wenn Dich eine Situation gerade umtreibt, dann kann Dir diese Situation bei der Lösung helfen.
Du kannst Dich davon loslösen. Es heißt auch weiter, all das, was hier passiert ist, soll mein Gewahrsein, von der Quelle meines Heils nicht stören.
Lass Dich nicht umtreiben von diesen fiesen, miesen Gedanken, die von Deinem Ego kommen.
Wechsel die Haustür.
Sag Deinem Ego: “Jetzt isses aber auch gut. Ich hab’s verstanden. Ich will diese Situation in Liebe sehen. Ich will Frieden sehen in dieser Situation. Ich segne diese Person, von der ich mich angegriffen gefühlt habe.”
Benutze ruhig die Vergangenheitsform.
Ich will Frieden sehen, was auch immer passieren mag.
von Jeanette Richter | 26/02/2023 | Spirituelle Stressbewältigung |
Immer wieder durfte ich feststellen, ob in Seminaren, in Coachings oder in der Arbeit an mir selbst, dass Stress und Angst doch letzten Endes eine Sache der Wahl ist. Dass wir uns entscheiden, wie wir mit einer Situation umgehen bzw. wie wir auf etwas, dass uns nicht passt, reagieren.
Und das sind tatsächlich gute Nachrichten – denn haben wir die Wahl, können wir es ändern – und es gibt nichts zu (be)fürchten.
Zugehörige Podcastfolge
Die Qual der Wahl
Diese Wahl ist uns nicht unbedingt gänzlich bewusst, aber auf einer unbewussten Ebene führt sie dazu, dass wir eine Situation als „stressig“ empfinden.
Es scheint fast so, als ob wir zwei Teile in uns tragen:
- der eine Teil fühlt sich getrennt, ist gestresst, ärgert sich, ist unruhig und hadert mit seinen Unzulänglichkeiten, zeigt Widerstand oder Stresssymptome, rebelliert gegen das, was ist.
- der andere Teil jedoch ruht im Urgrund allen Seins. Dieser Teil ist absolut friedlich, göttlich, im Frieden, weise, fühlt sich mit Allem verbunden und ist der Wahrheit und Wahrhaftigkeit verpflichtet. Er ist Teil der grenzenlosen Liebe. Unzerstörbar und immer anwesend. Ohne Angst.
Doch dieser, ich nenne ihn mal den „lichtvollen Teil“ in uns, ist immer da und war nie weg.
Nur haben wir diesen Teil in uns einfach vergessen, als wir hier inkarnierten. Das gehört ja zum Spiel dazu 😉
Die Aufgabe jedes einzelnen ist es also, sich wieder an diesen „licht- und liebevollen Teil“ zu erinnern. Dieser Teil ist ja nur verdeckt oder versteckt unter all’ den weniger dienlichen oder einschränkenden Glaubenssätzen, Illusionen, Rechthabereien oder destruktiven Meinungen über uns selbst, das Leben oder die anderen.
Dieser Teil führt zu negativem Stress. Der andere Teil führt da wieder raus 😉
Die 2 Gedankensysteme: Liebe und Angst (Stress)
Für diese zwei Teile gibt es ja viele Bezeichnungen/Synonyme:
- Schatten und Licht,
- Mangel und Fülle,
- Trennung und Verbundenheit,
- Böse und Gut,
- Dunkelheit und Licht,
- Ego und Höheres Selbst,
- Angst/Stress und Liebe …
Als ich das gerade schreibe, kommt mir das Bild eines Smartphones in den Sinn:
Es wird ausgeliefert mit einer „Basisausstattung“, an der wir nichts verändern können. Diese Basisausstattung oder Hardware beinhaltet u. a. das Betriebssystem. Alles, was wir anschließend darauf spielen, … Fotos, Dokumenten, Filme, etc. liegt in unserer Hand.
Für diese „Software“ entscheiden wir uns je nach Stand unserer Bewusstheit und auf der Grundlage unseres freien Willens. Die Hardware kommt vom Schöpfer 😉
Doch was bedeutet nun dieser Satz: „Es gibt nichts zu (be)fürchten?!“ ?
In Wahrheit gibt es nichts zu fürchten
Es gibt zwei Arten, wie man diesen Satz verstehen kann:
Zum einen als Furcht, ausgelöst durch eine reale Bedrohung oder akute Gefahr (das Haus brennt, eine Klapperschlange nähert sich mir im „Emsländischen Forrest“, ein wildgewordener Dackel stürmt auf mich zu, etc.), wodurch unser Organismus dann entweder die Beinchen in die Hände nimmt und abhaut oder da bleibt und sich der Bedrohung stellt.
Das nennt man dann im Stressmanagement „Fight-or-Flight“. Also entweder Fliehen oder Kämpfen.
Das ist durchaus sinnig und der einzige Sinn und Zweck von Stress. Nämlich unser Überleben zu sichern im Angesicht einer wirklichen Gefahr. Die Angst oder Furcht vor einer Erkrankung gehört hier übrigens nicht dazu.
Zum anderen benutzen wir häufiger in unseren Gedanken das Wort „befürchten“, weil wir etwas annehmen oder glauben, was definitiv unser Überleben in keinster Weise gefährdet. Wir glauben nur, dass es so ist.
Das ist keine Realangst, die Sinn ergibt, sondern nur eine Fehl-Interpretation der Wirklichkeit und damit eine Illusion.
Wenn wir etwas (be)fürchten, also Angst davor haben, dass sich in der nahen oder fernen Zukunft etwas auf eine nicht angenehme Art und Weise ereignet, basiert dieses vermeintliche „Gefühl“ auf der Angst vor unserer eigenen Kraft oder der Angst vor dem Leben.
Und diese Angst wird ausgelöst durch Gedanken, die wir in dem Moment, in dem wir etwas befürchten, über die Situation oder uns hegen.
Anders denken
So mag ich zum Beispiel denken:
- „Ich befürchte (glaube), dass ich das niemals schaffe!“
- „Ich hab’ Angst vor der Zukunft!“
- „Ich fürchte mich vor seiner Wut!“
- „Ich fürchte mich vor Strafe!“
- „Ich befürchte (glaube), dass etwas Schlimmes passieren wird!“ usw.
Ein Teil von mir tut dann so, als sei ich Hellseher, allwissend oder würde nicht über die notwendigen Hilfestellungen und Ressourcen verfügen.
Stress und Angst reduzieren: Neue Sichtweisen entwickeln
Aber ich kann die Situation, die mich das „(Be)fürchten“ lehrte, auch dazu nutzen, um etwas über mich selbst zu lernen. Ich kann mich zum Beispiel fragen oder mir sagen:
- „Stimmt das wirklich?“ oder
- „Kann ich das auch anders sehen?“ oder
- „Was würde die Liebe jetzt dazu sagen?“ oder
- „Was kann ich daraus lernen?“ oder
- „Wofür könne das jetzt gut sein?“ oder
- „Wenn es passiert, bin ich bereit, es liebevoll anzunehmen!“
- „Ich tue einfach so, als hätte ich es selbst so gewählt!“
- …
Wenn ich also meine Gedanken erneut überprüfe oder anderen Geistes werde, mich also neu entscheide, z. B. für die Harmonie, das Vertrauen, die Kraft oder die Liebe oder wie auch immer Du das nennen magst, ich also umdenke, dann verschwindet die Angst und damit löst sich auch die Befürchtung auf. Bis zum nächsten Mind-Twister 😉
Uns im Anders-Denken üben
Wenn wir aufmerksam und achtsam sind, können wir dieses Wechselspiel den lieben langen Tag beobachten und uns im Anders-Denken üben.
Dafür eignet sich jede noch so kleine Situation, vom „Mist-der-Rasenmäher-springt-nicht-an“ bis zu „Der-is-doch nicht-ganz-dicht“.
Übrigens: Im Stressmanagement findet man diesen Vorgang unter dem Begriff des transaktionalen Stressmodells von Lazarus, in der man über die primäre Bewertung einer Situation zu einer Neubewertung der Situation gelangen kann.
Es sind also nicht die Situationen verantwortlich für unser Stresserleben, sondern unsere Bewertungen derselben.
“Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen,sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.” EPIKTET
Und im Resilienztraining weisen uns die Säulen des Optimismus und der Akzeptanz auf diesen Prozess hin.
„Es gibt nichts zu (be)fürchten!“, ist also als ein spiritueller Weg der Erkenntnis und der Wahrheit zu verstehen und weist uns auf ebendiesen Prozess hin, dem wir nach und nach immer mehr zustimmen können. Vielleicht nicht sofort.
Nicht jetzt gleich, aber nach und nach, wenn wir uns für etwas Kraftvolleres und Liebevolleres entscheiden.
Letzten Endes können wir nicht fehlgehen. Letzten Endes IST ALLES gut.
“Am Ende wird alles gut.Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.” OSCAR WILDE
Nun wünsche ich Dir viel Freude und Dankbarkeit an Deinem So-Sein und lass’ mal ab und zu alle Viere gerade sein. Das entspannt.
Alles Liebe …
Deine
Jeanette
P.S. Ich kann ja hervorragend beim Schmökern entspannen! Hier geht’s zu meinem Workbook-Tipp für Leute, die’s echt wissen wollen 😉

von Jeanette Richter | 24/08/2019 | Seelengeschichten |
Heute möchte ich Dir eine Geschichte vorstellen, die nicht nur Dein Herz berühren, sondern auch Deinen Geist inspirieren wird. Sie trägt den Titel „Das Geschenk des Rabbi“ und ist mehr als nur eine Erzählung – es ist eine Einladung, die Welt durch die Augen der Güte und des Mitgefühls zu betrachten. Ich freue mich, Dich auf eine besondere Reise mitzunehmen, die Dich in die Tiefen menschlicher Weisheit und Wärme entführt.
Viel Freude beim Lesen!
Das Kloster
Vormals gehörte es zu einem großen Orden. Dann jedoch, als ein Ergebnis von gegen die Kirche und die Klöster gerichteten Strömungen des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts, und ebenso als eine Folge des Säkularismus im neunzehnten Jahrhundert, gingen nach und nach alle Bruder-Häuser verloren. Und der Orden schrumpfte zusammen auf dieses letzte Haus mit seinen verbliebenen 5 Mönchen, die das Mutterhaus bevölkerten: der Abt und vier andere, alle über siebzig Jahre alt.
Ganz deutlich – es war ein sterbender Orden in den tiefen Wäldern, die das Kloster umgaben, lag eine kleine Hütte, die alle ab und an von einem Rabbi aus der nahen Stadt als Einsiedelei genutzt wurde.
Durch die vielen Jahre, die sie im Gebet und in der Kontemplation vor Gott verbrachten, hatten die alten Mönche auf wunderliche Weise nahezu übersinnliche Wahrnehmungen, sodass sie jedes Mal ahnen konnten, wenn der Rabbi in den Wäldern war. „Der Rabbi ist im Wald, der Rabbi ist wieder im Wald“, wisperten sie einander zu.
Weil er sich zutiefst über den Rückgang und bevorstehenden Tod seines Ordens sorgte, kam es dem Abt in den Sinn, den Rabbi in seiner Einsiedelei aufzusuchen, als der einmal wieder in den Wäldern weilte. Es schien ihm, dass der Rabbi ihm möglicherweise einen klugen Rat geben konnte, wie das Sterben des Ordens doch noch zu verhindern sei.
Der Rabbi hieß den Abt in seiner Hütte willkommen.
Als der Abt ihm jedoch den Grund seines Besuches vorgetragen hatte, konnte der Rabbi nur sehr tief und betrübt Anteil nehmen an dem Geschick. „Ich weiß, wie das ist“, erklärte er. „Der Geist hat die Menschen verlassen. In meiner Stadt ist es genau dasselbe. Fast niemand kommt mehr zur Synagoge“, berichtete er.
Und der Abt und der Rabbi weinten miteinander.
Dann lasen sie Abschnitte aus der Torah und hatten miteinander tiefe Gespräche.
Als die Zeit kam, dass der Abt gehen musste, umarmten sie einander. „Es war ein wunderbares Geschenk, dass wir einander nach all den Jahren begegnen konnten“, sagte der Abt, dennoch habe ich für die Lösung unseres Problems hier keinerlei Ansatz gefunden. Ist da denn gar nichts, was Du mir sagen könntest? Gibt es nicht den leisesten Rat, den Du mir geben könntest, damit ich meinen sterbenden Orden retten könnte?“ „Nein, es tut mir sehr leid“, antwortete der Rabbi. „Ich kann Dir keinen Rat geben. Das einzige, was ich Dir sagen kann, ist, dass der Messias einer von Euch ist.“
Als der Abt zum Kloster zurückkehrte, scharten sich seine Brüder um ihn mit der Frage: „Nun, was hat der Rabbi gesagt?“ „Er kann uns nicht helfen“, antwortete der Abt. „Wir konnten nur miteinander beten und die Torah studieren. Das einzige, was er sagte, ganz kurz bevor ich ihn verließ – es hörte sich ziemlich rätselhaft an – war, dass der Messias einer von uns sei. Ich habe keine Ahnung, was er damit meinte.“

Gedankenspiele der Mönche
In den Tagen und Wochen und Monaten, die darauf folgten, grübelten die alten Mönche darüber nach und wunderten sich, ob da nicht irgendeine versteckte Weisheit an den Worten des alten Rabbis gewesen ein konnte. Und sie dachten:
„Der Messias soll einer von uns sein? Könnte er möglicherweise einen von uns Mönchen hier im Kloster damit gemeint haben?
Ja, falls er irgendeinen gemeint haben sollte, meint er sicherlich den Vater Abt. Er ist unser Leiter seit mehr als einer Generation.
Andererseits, er könnte auch Bruder Thomas gemeint haben. Wirklich, Bruder Thomas ist ein heiliger Mann. Jeder weiß, dass Thomas ein Mann des Lichts ist.
Ganz sicher hat er nicht Bruder Eldred gemeint! Eldred wird recht oft nörgelig.
Allerdings, wenn man genau darüber nachdenkt: Auch wenn er häufig genug ein Dorn im Fleisch der Leute ist – wenn man es ganz genau betrachtet, hat Eldred tatsächlich immer recht. Manchmal sogar sehr recht. Könnte sein, dass der Rabbi tatsächlich Bruder Eldred gemeint hat.
Ganz sicher hat er jedoch nicht Bruder Phillip gemeint. Phillip ist so passiv, ein regelrechter Niemand. Allerdings, auf recht mysteriöse Art und Weise hat Bruder Phillip die Gabe, genau dann aufzutauchen, wenn man ihn am nötigsten braucht. Er taucht genau dann wie durch Zauberhand jedes Mal auf.
Vielleicht ist Phillip der Messias?!
Allerdings: Der Rabbi könnte mich am wenigsten gemeint haben. Ich bin nur eine ganz gewöhnliche Person.
Aber nehmen wir mal an, er hätte doch mich gemeint? Stell Dir vor, ich sei der Messias?! Oh Gott, nicht ich. Ich könnte in Deinem Leben nie soviel bedeuten, oder…?!“
Während sie diese Gedanken hin und her bewegten, begannen die alten Mönche einander mit außerordentlichem Respekt zu behandeln, immerhin war die Chance ja groß, dass einer von ihnen der Messias war.
Und trotz der nur winzig, winzig kleinen Chance, dass jeder von ihnen selbst der Messias sein könnte, begannen sie auch, sich selbst mit außerordentlichem Respekt zu behandeln.
Weil der Wald, in dem das Kloster lag, von großer Schönheit war, kamen gelegentlich Leute vorbei, um im alten Klostergarten ein Picknick zu halten. Oder sie wanderten auf den gepflegten Wegen des alten Rosengartens oder meditierten in der baufälligen alten Kapelle.
Und wenn sie das taten, nahmen sie wahr, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu werden, welch außerordentlichen Respekt an diesem Ort einer dem anderen entgegenbrachte, und wie sehr das zur Ausstrahlung des Klosters beitrug.
Da war etwas merkwürdig Anziehendes in der Atmosphäre dieses Ortes.
Ohne sich zu fragen, warum, kehrten die Leute gern und häufiger zu diesem Haus zurück, um zu picknicken, zu spielen und zu beten. Sie begannen, ihre Freunde mitzubringen, um ihnen zu zeigen, was für ein außerordentlicher Ort das sei.
Und die Freunde brachten ihre Freunde.
Und dann geschah es, dass einige der jüngeren Männer, die das Kloster besuchten, sich in immer längere und tiefere Gespräche mit den alten Mönchen einließen.
Nach einiger Zeit fragte einer, ob er bitte bleiben und zu ihrem Orden gehören dürfe. Dann ein anderer. Und ein weiterer.
Und innerhalb einiger Jahre ist das Kloster wieder zu einem blühenden Orden geworden und, dank des Rabbis Geschenk, zu einem pulsierenden Zentrum von Licht und Geistlichkeit in der ganzen Gegend.
Verfasser unbekannt
Die Moral von der Geschicht‘?
Und? Wie hat Dir die Geschichte gefallen? Lass Dir ’nen Moment Zeit, um die Essenz dieser berührenden Erzählung zu reflektieren.
Die Geschichte, die Du gerade erlebt hast, ist weit mehr als eine Aneinanderreihung von Worten – sie ist ein Spiegel, der uns die Schönheit menschlicher Tugenden vor Augen führt.
Die Moral von der Geschicht‘ ist klar und kraftvoll: Wahre Großzügigkeit liegt nicht in der Größe des Geschenks, sondern in der Reinheit der Absicht, mit der es gegeben wird. Der Rabbi lehrte uns, dass es die selbstlosen Taten sind, die uns als Menschen definieren und die Welt um uns herum zum Besseren verändern können.
Sein Geschenk, so bescheiden es auch erscheinen mag, ist ein Zeugnis dafür, dass die größten Wirkungen oft aus den kleinsten Gesten erwachsen.
Diese Geschichte erinnert uns daran, dass jeder von uns die Macht hat, Positives zu bewirken, unabhängig von unserem Status oder unseren Mitteln. Es ist die Liebe und die Fürsorge, die wir in unsere Handlungen legen, die letztlich zählen.
Möge „Das Geschenk des Rabbi“ Dich dazu inspirieren, Dein eigenes Geschenk an die Welt zu finden und es mit offenem Herzen zu teilen.
Mit der Hoffnung, dass Du diese Botschaft in Deinem Herzen trägst und sie in Deinem Leben zum Ausdruck bringst, verabschiede ich mich von Dir bis zu unserer nächsten Geschichte.
Mit den besten Wünschen für Deinen Weg.
Und noch 2 Buchtipps
Ich habe noch zwei Buchempfehlungen für Dich, die sich mit spiritueller Weisheit beschäftigen und die Deine Sicht auf die Welt und das Leben bereichern könnten:
1. „Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle: In diesem Buch erforscht Tolle das Bewusstsein und die Wege, wie wir unsere persönliche und kollektive menschliche Existenz verbessern können. Es ist eine Einladung, über das Ego hinauszugehen und eine tiefere, geistige Dimension des Seins zu entdecken.
2. „Das Buch der Freude“ von Dalai Lama & Desmond Tutu: Zwei spirituelle Giganten, der Dalai Lama und der Erzbischof Desmond Tutu, teilen ihre Weisheit und Einsichten über das, was wahre Freude ausmacht. Trotz der Herausforderungen, denen sie in ihrem Leben begegnet sind, zeigen sie Wege auf, wie man ein erfülltes und freudvolles Leben führen kann.
Diese Bücher bieten tiefe Einblicke in die menschliche Erfahrung und können Dir dabei helfen, Deine eigene spirituelle Reise zu bereichern und zu vertiefen.
Alles Liebe
Deine Jeanette