Reframing: Probleme lĂśsen durch eine andere Sichtweise
Wer kennt das nicht? Ein Problem jagt das nächste und eine LĂśsung scheint nicht in Sicht zu sein. Wir reiben uns an dem Problem auf oder suchen an Stellen nach einer LĂśsung, wo definitiv keine LĂśsung zu finden ist. Aber mit folgender Methode kannst Du Deine Probleme ganz einfach lĂśsen. Reframing ist so eine charmante LĂśsung! Aber erst mal was Lustiges âŚ

Haddu Probleme?
Kennst Du eigentlich noch die âHäschenwitzeâ? Nein? Dann kommt hier gleich mal einer der bekanntesten ⌠einen anderen hab ich auch gleich noch:
Häschen kommt in eine Apotheke und fragt: Haddu MÜhrchen?
Die Apothekerin antwortet: Nein.
Am nächsten Tag kommt Häschen wieder und fragt: Haddu MÜhrchen?
Die Apothekerin antwortet wieder: Nein.
Am dritten Tag hängt ein Schild an der Tßr: MÜhrchen ausverkauft.
Häschen beschwert sich bei der Apothekerin: Haddu doch MÜhrchen gehabt.
Diese âHäschenwitzeâ entstanden wohl in der DDR Ende der 70er Jahren.
Die Bewohner der DDR wollten ihrem Unmut Luft machen, durften dies aber nur âverstecktâ und nicht offen tun. Also echauffierten sie sich einfach mit Witz und Charme.
Galgenhumor hat doch immer was fĂźr sich und meistens ist da ja auch was dran:
1.
Hattu Probleme? Muttu lĂśsen!
2.
Hattu Probleme? Muttu lĂśsen!
Kattu nicht? Muttu anschauen!
3.
Hattu Probleme? Muttu anschauen!
Hattu keine? Muttu auch anschauen!
Ja, das Häschen hatâs drauf! Doch wie gehen wir normalerweise vor, wenn wir ein Problem haben?
ZugehĂśrige Podcastfolge
Reframing: Vom Problem zur LĂśsung
Wenn wir ein Problem haben, dann fokussieren wir uns zumeist NUR auf das Problem. Doch das ist ja genau das Problem, denn wir starren fÜrmlich auf das Problem.
Und dann stellen wir auch noch die âfalschenâ Fragen in der Hoffnung, die richtigen Antworten zu finden.
Das ist nicht nur irre, sondern auch komplett unvernĂźnftig. Kennâ ich!
Wenn Du Dich zu stark auf Dein Problem fokussierst, dann ist das ungefähr so, als wĂźrdest Du direkt mit der Nase vor einer weiĂen Wand (dem Problem) stehen und Dich fragen: âWo ist denn hier die TĂźr?â Also wo ist die LĂśsung.
Du kannst sie nicht sehen, weil Du zu dicht an der Wand â zu dicht vor Deinem Problem stehst.
Aber trittst Du ein paar Schritte zurĂźck, dann erkennst Du, dass sich die TĂźr z. B. nur 3 Meter rechts von Dir befindet. Diese konntest Du aber nicht sehen, weil Du ja direkt an der Wand mit der Nase klebtest. Das kannst Du ja gerne einmal selbst ausprobieren!
Wenn Du ein Problem wirklich lĂśsen mĂśchtest, dann darfst Du dabei aber nicht das Problem lĂśsen, sondern Dich vom Problem lĂśsen.
Auch Goethe durfte damit wohl ein Thema gehabt haben, als er sagte:
Ein Problem zu lĂśsen heiĂt, sich vom Problem zu lĂśsen.
So veränderst Du Deine Wahrnehmung und erweiterst Dein Handlungsspektrum.
Reframing â Dein Problem anders sehen
Doch es gibt eine MĂśglichkeit, die âDingeâ anders zu sehen, nämlich Reframing.
Reframing habe ich erstmalig im Jahr 2000 in meiner damaligen NLP-Practitioner-Ausbildung kennengelernt.
Und auch später ist sie mir immer und immer wieder begegnet, auch in meiner Psychologischen Managementtrainerausbildung.
In meinen Coachings tritt bei meinen Klienten, wie auch bei mir damals, regelmäĂig ein echt doller âAHAAAA-Effektâ ein. Die dazugehĂśrige 9-Punkte-Ăbung, die ich Dir weiter unten vorstelle, lĂśst dagegen eher ein âOHA-Erlebnisâ aus. ? Das macht Freude!
Definition: Reframing
Reframing (= Umdeutung oder Neu-Rahmung) hilft Dir, Dein Problem aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten und damit anders zu sehen. Du nimmst quasi einen Perspektivwechsel vor.
So kann Dir Reframing auch helfen, wenn Du Dich gerade in einer Krise befindest.
Denn durch das Umdeuten einer Situation nimmst Du das Zepter wieder selbst in die Hand und wirst dadurch handlungsfähiger. Das steigert langfristig Deine Zufriedenheit und macht Dich sogar ein bisschen happyer.
Vom Opfer zum SchĂśpfer
Du wechselst einfach vom Opferstatus in den SchĂśpfermodus.
Durch die Neu-Rahmung siehst Du Dein Problem plÜtzlich in einem ganz neuen Licht und kannst die Situation daher neu bewerten.
Denn Rahmen grenzen oft etwas ein und begrenzen uns auch manchmal.
Den vorgefertigten Rahmen zu verlassen, bedeutet mehr Freiheit. Verlassen wir diese geistige Festlegung, kĂśnnen neue Vorstellungen und DeutungsmĂśglichkeiten entstehen.
Hier ein Beispiel
Nehmen wir mal an, Du erhältst eine schlechte oder unangenehme Nachricht. Im ersten Moment kannst Du ßberhaupt nicht klar denken.
Der Stressor = schlechte Nachricht lĂśst durch die ausgeschĂźtteten Stresshormone eine Art âDenkblockadeâ aus, d. h. Dein Denken wird eng und einseitig.
Dein Gehirn (Ego-Verstand) konzentriert und fokussiert sich jetzt ausschlieĂlich auf die negativen Aspekte der Nachricht und Deine Glaubenssätze werden unbewusst abgespult âWar ja klar, dass das mal wieder schiefgeht.â âIch verdiene es einfach nicht, glĂźcklich zu sein.â oder was auch immer.
Dein Verstand will das âProblemâ lĂśsen, indem er ständig und andauernd nach dem WARUM fragt:
- âWarum ist das passiert?â
- âWieso immer ich?â
- âWeshalb passiert mir das immer?â âŚ
Wenn Du jetzt Reframing anwendest, kommst Du schneller aus dieser destruktiven Gedankenspirale heraus, kurbelst Deine Selbstreflexionsfähigkeit an und vertraust Dich Deiner Inneren FĂźhrung â Deinem Herz oder Deinem HĂśheren Selbst an.
Denn âŚ:
- Dein Kopf = Ego-Verstand rennt im Labyrinth des Dramas wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her, ohne einen Ausweg zu finden.
- Dein Herz = Innere Weisheit/Fßhrung kennt den Ausweg und gibt Dir Hinweise.
Der Trick ist eine entscheidende und wegweisende Frage
Nämlich die Frage nach dem Wofßr? statt nach dem Warum?
Dein Herz fragt nach dem âWofĂźrâ.
Der Verstand fragt nach dem âWarumâ.
Im WofĂźr steckt immer ein Nutzen oder ein Sinn, den man auf den 1. Blick vielleicht nicht so leicht erkennt â ein verstecktes Geschenk sozusagen.
Die Frage nach dem WofĂźr richtet Dich fĂźr die Zukunft neu aus
- WofĂźr kĂśnnte es gut sein, dass dies oder jenes passiert ist?
- KĂśnnte es fĂźr irgendwas nĂźtzlich sein?
- Was soll ich ggf. dadurch lernen?
Die Frage nach dem Warum richtet sich eher auf die Vergangenheit, sucht manchmal nach Schuld und Schuldigen und lässt Dich leicht in der Opferrolle verharren.
Also nix wie raus da!
Daher machâs wieâs Häschen: Hattu Probleme? Muttu lĂśsen!
Vom Problem zur LĂśsung: Die 9-Punkte-Ăbung
Das ist eine sehr schĂśne Ăbung mit hohem âAhaaaaa-Potentialâ, die allerdings auch etwas Nerven kostet:
Anleitung
Verbinde diese 9 Punkte durch 4 gerade Striche, ohne den Stift einmal abzusetzen. Dabei muss jeder Punkt mindestens einmal von einer Linie durchkreuzt werden. Aber versuche es zunächst alleine, indem Du die Punkte auf ein Blatt Papier malst und dann probiere es aus. Immer und immer wieder;)
Kleiner Tipp: Du schaffst das nur, wenn Du den âRahmenâ verlässt und mal Ăźber den Tellerrand hinausschaust;)
Diese Ăbung zeigt Dir, dass ein Problem nicht dadurch gelĂśst werden kann, dass wir uns auf das Problem fixieren. Hier auf die 9 Punkte. Erst mit ein bisschen Distanz und indem wir unser gesamtes Potenzial nutzen, hier das gesamte weiĂe Blatt, wird eine mĂśgliche LĂśsung sichtbar.
Viel Erfolg und noch eins ⌠es gibt ja immer mehrere LÜsungen, wie im richtigen Leben auch. ?
Ich wĂźnsche Dir eine lĂśsungsreiche Woche.
Alles Liebe
Deine Jeanette

