Vom 10. bis 11. April 2026 durfte ich etwas tun, das ich über alles liebe: Ich war als Referentin zu Gast bei einer wunderbaren Gruppe angehender Hospizbegleiter und Hospizbegleiterinnen. Im Rahmen ihrer Erstqualifizierung haben wir uns gemeinsam in das Modul „Spiritualität in der Hospizbegleitung“ vertieft. Es waren zwei Tage voller Offenheit, Neugier und – man mag es kaum glauben bei diesem Thema – einer unglaublichen Lebendigkeit.
Blick über die Schwelle: Phänomene am Lebensende
Oft wird Spiritualität in der Hospizbegleitung auf religiöse Rituale reduziert. Doch wir sind viel tiefer eingetaucht. Wir haben uns mit den Phänomenen beschäftigt, die sich am Ende des Weges zeigen und die uns oft sprachlos machen, wenn wir keine Begriffe dafür haben.
Wir haben über Nahtoderfahrungen gesprochen und darüber, was wir von den Menschen lernen können, die bereits einen Blick „hinter den Vorhang“ werfen durften. Ein riesiges Thema waren auch die Nachtod-Kontakte und Sterbebett-Visionen. Kennst Du das Bild der „Reisemetapher“? Wenn Sterbende davon sprechen, dass sie bald „aufbrechen“ oder ihr „Ticket schon gelöst“ haben? Diese Symbole zu verstehen, ist wie eine neue Sprache zu lernen – die Sprache der Seele.
Die Gruppe: Von Staunen bis Erkenntnis
Es war so bereichernd zu sehen, wie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf diese „neuen“ (oder eigentlich uralten) Erkenntnisse reagierten. Da war kein Gruseln, sondern ein tiefes Interesse.
Wir haben uns angeschaut, wie sehr dieses Wissen nicht nur den Sterbenden hilft, sondern vor allem auch denen, die sie begleiten. Wenn wir verstehen, dass da ein Prozess abläuft, der Sinn ergibt und oft von einer ganz eigenen Logik und Liebe getragen ist, verändert das unsere gesamte Haltung am Sterbebett.
Dem Tod die Schwere nehmen
Mein Ziel ist es immer, den Tod aus seiner dunklen, schweren Ecke herauszuholen und ihn zurück ins Leben zu bringen. Und wisst Ihr was? Das ist uns in diesen zwei Tagen gelungen. Ein Teilnehmer sagte am Ende einen Satz, der mich tief berührt und gleichzeitig zum Schmunzeln gebracht hat:
„Du hast uns das Sterben wirklich leicht gemacht!“
Natürlich war das witzig gemeint, aber im Kern trifft es genau das, was ich bewirken möchte: Dem Thema die bleierne Schwere nehmen und Platz machen für Licht, Hoffnung und eine gesunde Portion Neugier auf das, was uns alle erwartet.
Warum ich diese Arbeit so liebe
Solche Momente zeigen mir immer wieder, warum ich das hier alles mache. Wenn Menschen mit einem Leuchten in den Augen aus einem Seminar über das Sterben gehen, dann wissen wir: Wir haben etwas Wesentliches verstanden.
Wir sind hier im Erdenkleid, um Erfahrungen zu machen – und die Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Stück Weg hier ist wohl eine der heiligsten Erfahrungen, die wir machen können. Es ist kein trauriger Dienst, sondern ein zutiefst menschlicher Akt voller Würde und, ja, auch voller Leichtigkeit.
Du möchtest auch lernen, dem Tod anders zu begegnen?
Wenn Du merkst, dass das Thema Tod Dich eher einschnürt, als Dich frei zu machen, oder wenn Du selbst in der Begleitung tätig bist und neue Impulse suchst: Lass uns reden!
Lass uns den Ballast abwerfen!
Ob Angstbewältigung oder die Einordnung eigener Grenzerfahrungen – in einem Erstgespräch finden wir gemeinsam heraus, wie Du Deiner eigenen Endlichkeit mit mehr Vertrauen begegnen kannst.
Mehr zum Thema auf diesem Blog
Wenn Dich die Themen aus dem Modul interessieren, stöber doch mal in meinen anderen Artikeln:
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Alles über meine persönlichen Nachtod-Kontakte – mein meistgelesener Beitrag!
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Nahtoderfahrungen: Ein Weckruf für das Leben – aktuelle Erkenntnisse und Statistiken.
Wie stehst Du zu dem Satz „das Sterben leicht machen“? Findest Du, wir dürfen dem Tod mit Humor und Leichtigkeit begegnen, oder sollte er ein ernstes Thema bleiben? Schreib mir Deine Gedanken gerne in die Kommentare!





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