Eine Geschichte: Von einer Mikrowelle und einem Chorleiter
Ach, war das wieder schĂśn. Gerade komme ich aus der VHS in Papenburg zurĂźck, wo ich motivierte Menschen zum Entspannungstrainer bzw. zur Entspannungstrainerin ausbilde. Mit der Versorgung meiner Vierbeiner hat auch alles geklappt. DAAANKE! Mein Hund Shadow wurde die zwei Tage super versorgt, die Katzen sind auch noch da. Beeestens! Langsam wird die Bude auch wieder warm und ich sitze hier am Rechner und tippe âŚ
und das muss bzw. will ich Dir einfach schreiben ⌠welchâ âungeahnteâ Begegnung ich gestern Abend mit einer Mikrowelle hatte, welchâ Freude diese bei mir auslĂśste und was ein Chorleiter mich an diesem Morgen lehrte.
Also ⌠gestern nahm ich mein Abendessen schon mal selbst mit, denn wenn ich nach dem Seminar ins Hotel zurĂźckkehre, dann brauchâ ich was zu futtern.
Und was hätte sich da besser geeignet, als die tiefgefrorenen chinesischen Nudeln, die noch in meiner Tiefkßhltruhe auf ihren Einsatz warteten.
Doch diese mussten ja erst erwärmt werden.
Und oh Schreck ⌠in meinem Zimmer war keine Mikrowelle.
Nun musst Du wissen, dass ich in einem Apartmenthotel untergebracht bin, genauer gesagt, in dem Apartmenthotel Rßther, und dort befindet sich in jedem Zimmer ein kleiner Kßhlschrank, eine Kaffeepad-Maschine, ein Wasserkocher und ⌠eben eine Mikrowelle.
Nur in meinem kleinen Zimmer war keine, also keine Mikrowelle.
Um Hilfe bittend ging ich zur Rezeption und dort saĂ Frau H..
Ich fragte sie, ob es denn in einem anderen Zimmer eine Mikrowelle gäbe, die ich am Abend nutzen kÜnnte. Sie verneinte, denn leider seien alle anderen Zimmer ebenfalls belegt. Pech gehabt!
PlĂśtzlich was sie da: Die Mikrowelle
Nun denn ⌠so wollte ich meine Nudeln eben am Abend mit ein wenig heiĂem Wasser ĂźbergieĂen oder eben kalt essen. Das wĂźrde schon gehen, sagte ich der netten Dame an der Rezeption und fuhr zum Seminar.
Als ich am Abend nach dem Seminar wieder ins Hotel zurĂźckkehrte und mein Zimmer betrat, traute ich meinen Ăuglein nicht: Da stand eine Mikrowelle! Bow!
âWie kommst Du denn hierher?â fragte ich die kleine Mikrowelle, die wie selbstverständlich ganz wissend schwieg.
Ich ging sofort runter zur Rezeption und fragte dort nach: âJa wissen Sie, also Frau H. hat die Mikrowelle aus unserer KĂźche genommen und sie in Ihr Zimmer gestellt! Die brauchen wir eh selten!â antwortete mir die Inhaberin.
Na, da war ich aber platt und bedankte mich recht herzlich.
Am anderen Morgen war Frau H. im Frßhstßcksraum und ich ßberbrachte ihr ein Tellerchen mit einem Danke-Kärtchen und drei Lebkuchen drauf ⌠mehr hatte ich nicht zu geben, aber kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft.
Sie freute sich. Ich freute mich. Und ich ging eine rauchen.
Der Chorleiter
Als ich drauĂen saĂ, gesellte sich ein Mann zu mir und wir kamen ins Gespräch.
Er fragte mich, was ich hier mache und ich erzählte ihm, dass ich gerade Kursleiter zu Stressmanagementtrainern ausbilde. Da meinte er: âJa, Stress, den hab ich auch!â
Ich fragte: âWas machen sie denn beruflich!â âIch bin Musiker!â, antworte er.
âNa, das macht Ihnen doch sicherlich viel Freude, oder?â wollte ich wissen und nun legte er so richtig los. Er schwärmte vom Jammen, von Konzerten, vom Dasein als Lehrer und von den Kids, die er unterrichtete, von der Begeisterung und von seinen Konzerten und dass er einen Chor leite und er schon 64 sei und so weiter und so weiter.
Er war Feuer und Flamme.
Als ich mich verabschiedete und ihm weiterhin viel SpaĂ mit seinem Leben wĂźnschte, rief er mir hinterher:
âUnd der Humor, der Humor ist auch ganz wichtig. Humor lässt den Kragen am Hals nicht so eng werden âŚ!â
Ich versprach ihm, seine Message weiterzutragen đ
Und die Moral von der Geschichtâ
Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns den Tag versĂźĂen ⌠wenn wir sie bemerken.
Ich wĂźnsche Dir eine herrliche Woche und sende Dir entspannte GrĂźĂe.
Deine Jeanette