Ich weiĂź, dass Du das auch kennst … das mit dem „Bin ich gut genug?“. Das allein ist ja schon eine witzige Frage, wenn sie so solo da steht ohne Kontext. Aber manchmal haben wir tatsächlich ganz tief in uns vergrabene Glaubenssätze, die erst ans Licht befördert werden, wenn der Kontext passt.
Wenn wir echten inneren Frieden finden wollen, müssen wir verstehen, dass dieser Wert nicht im Außen liegt. In meiner Arbeit begegnet mir diese Suche ständig. Es geht darum, den Suchfehler im System zu finden und zu bemerken, dass wir eigentlich schon am Ziel sind.
Die Suche in der Altpapiertonne
Stell Dir das mal so vor. Die Frage, ob Du gut genug bist oder nicht, ist ungefähr so, als wĂĽrdest Du seit Stunden mit hochrotem Kopf in einer riesigen Altpapiertonne wĂĽhlen. KopfĂĽber steckst Du in der Tonne. Du suchst verzweifelt nach einer Quittung, einer Bestätigung oder irgendeinem Beweis dafĂĽr, dass Du „gut genug“ bist.
Um Dich herum fliegen Rechnungen, alte To-Do-Listen und die Erwartungen anderer Leute. Du bist verschwitzt, völlig gestresst und denkst: „Wenn ich dieses eine Blatt Papier nicht finde, dann war alles umsonst!“
Und während Du da so im Müll Deiner Sorgen wühlst, steht das Leben oder Dein Geistführer direkt hinter Dir, tippt Dir sanft auf die Schulter und flüstert Dir liebevoll ins Öhrchen:
„Heyyyy Schnuggi, hör auf zu wĂĽhlen. Guck mal in Deine Tasche. Da liegt der Jackpot-Schein, nachdem Du so lange gesucht hast. Er gehört Dir schon längst – Du hast ihn nur völlig vergessen, während Du Dich mit dem Altpapier des Lebens beschäftigt hast.“
Warum wir so schwer Seelenfrieden finden
Jaja … wir alle leiden immer mal wieder unter dem „Ich-muss-das-endlich-hinkriegen-Syndrom“. Das ist sehr anstrengend. Wir rackern uns ab wie blöde! Wir glauben, spirituelles Wachstum oder ein ruhiger Geist sei etwas, das wir uns hart erarbeiten mĂĽssten. Ohne FleiĂź ja bekanntlich kein Preis!
Und so suchen wir unseren Wert im Außen, in unseren Leistungen oder in der Anerkennung anderer – also quasi im Altpapier des Lebens. Obwohl wir eigentlich wissen, dass es dort nicht zu finden ist, tappen wir immer wieder in die gleiche Falle.
Kleiner Tipp: Ärger Dich nicht darüber! Bemerk es einfach und dann lach drüber!
Denn die Wahrheit ist viel entspannter:
Dein innerer Frieden ist kein Ziel, das Du erreichen musst. Er ist Deine Grundausstattung.
Du bist nicht hier, um Dich wĂĽrdig zu schuften, sondern um zu bemerken, dass Du bereits mit allem ausgestattet wurdest, was Du brauchst.
Was Du in Wahrheit willst, ist bedingungsloser Frieden und Ruhe im Kopp.
Wenn die Realität zuschlägt (Pippi & Politik)
Schön! Leichter gesagt, als getan mit den ganzen WĂĽhlereien. Wenn dann noch der Körper weh tut, das Alter der Haut einen vertrockneten Faltenlook verpasst, Du dreimal nachts raus musst, um Pippi zu machen und dann Dein Nachbar auch noch fiese Kinder hat …
Nicht zu vergessen die ganzen Sorgen und GrĂĽbeleien um das Wetter und die Politik und warum eigentlich die Welt vor die Hunde geht oder sollen wir doch wieder zurĂĽck zur Atomenergie … Leben ist anstrengend, oder?
Doch was wäre, wenn Dein mentaler Stress eigentlich nur das Geräusch des Wühlens ist, das entsteht, wenn Du versuchst, nach etwas zu suchen oder etwas zu werden, was Du im Kern schon längst bist? Ich rede hier nicht von den Herausforderungen von Krankheit, Alter und Ängsten, sondern von den täglichen Gedanken, die uns unser Leben vermiesen.
Die Strategie: Vom WĂĽhl-Stopp und Cash-Out
Vor ein paar Tagen habe ich einen wundervollen Satz von Guido Ludwigs gehört:
„Nichts ist so vergänglich wie ein Gedanke, der keine Aufmerksamkeit bekommt!“
Der Hit, oder? Anstatt heute zu versuchen, Deine Probleme mit noch mehr Nachdenken zu lösen, probier mal das hier:
Der „WĂĽhl-Stopp“: Sobald Du merkst, dass Deine Gedanken kreisen (das Altpapier!), sag Dir: „Stopp. Hier drin liegt nichts, was mich wirklich glĂĽcklich macht.“
Die Hilfe annehmen: Du musst dieses Leben nicht allein managen. Es gibt eine Intelligenz, die Deine Zellen steuert. Vertrau darauf, dass sie auch Deinen Alltag hinkriegt. Wie Du das nennst, ist doch wumpe!
Dankbarkeit als Cash-Out: Dankbarkeit ist der Moment, in dem Du den Lottoschein am Schalter Deiner eigenen Haustür vorzeigst. Wenn Du Danke sagst, erkennst Du an, dass Du bereits reich beschenkt bist. Das verändert Deine Chemie im Körper sofort.
Aber was ist mit den Despoten und Machthabern?
Wenn Du begreifst, dass Du in Wahrheit „safe“ bist, verändert sich Dein Gang. Aber jetzt fragst Du Dich bestimmt: „Aber Jeanette, was ist denn mit all den Despoten, den Mördern und Kriegstreibern?“ Ja … sehr gute Frage.
Das „Irrenhaus-Gleichnis“: Stell Dir vor, Du gehst durch eine geschlossene Abteilung. Ein Patient hält sich fĂĽr eine Teekanne und beschimpft Dich. Wärst Du sauer? Wahrscheinlich nicht. Ein Despot ist ein zutiefst geistig verwirrter Mensch, der den Kontakt zu seiner wahren Quelle komplett verloren hat.
Form vs. Inhalt: In unserer Welt (der Formen) gibt es Taten, die schrecklich sind und die wir stoppen mĂĽssen. Aber auf der Ebene des Inhalts (der Seele) gibt es nur zwei Dinge: Liebe oder ein Ruf nach Liebe.
Groll bestraft nur Dich: Dein Hass bestraft nur Dich selbst. Dein Blutdruck steigt, Dein Frieden ist weg. Wenn Du sagst: „Diese Person ist ein Monster“, dann baust Du eine Welt auf, in der Monster existieren können.
Sonne und dicke Wolken: Das wahre Wesen jedes Menschen ist die Sonne. Ein Mörder hat dicke, schwarze Gewitterwolken davor geschoben. Die Sonne dahinter ist immer noch da, sie ist nur gerade völlig „unbesuchbar“.
Wenn eigentlich nichts passiert ist – und es sich trotzdem dramatisch anfühlt
Es gibt ja Tage, da ist eigentlich nichts wirklich Dramatisches passiert. Du hast keinen Streit erlebt, keine Katastrophe, keinen akuten Notfall. Von außen betrachtet läuft alles halbwegs normal. Und trotzdem fühlt es sich innerlich an, als wäre gerade etwas ganz Grundlegendes schiefgelaufen. Dein Kopf hört einfach nicht auf zu plappern, Gedanken springen von einem Thema zum nächsten, und Du merkst nur: „Boah, ist das anstrengend.“ Irgendwas stimmt doch da nicht.
Viele Menschen erleben das besonders abends. Man liegt im Bett, man will doch einfach nur schlafen, ist todmüde, völlig erledigt vom Tag – und genau dann fängt der Kopf wieder an, Überstunden zu machen. Das ist echt ätzend. Total lästig. Gespräche werden nochmal durchgekaut, To-Do-Listen innerlich abgearbeitet, Zukunftsszenarien durchgespielt.
Und manchmal liegst Du einfach da und denkst nur: „Warum kann ich jetzt nicht einfach abschalten?“
Vielleicht schläfst Du sogar ein, weil Dein Körper einfach nicht mehr kann. Aber dann, am Morgen, sind sie wieder da. Diese Gedanken. Als hätten sie nur kurz Pause gemacht. Und der Tag beginnt mit einem inneren Ziehen, noch bevor Du richtig wach bist.
Warum Gedanken so viel Macht bekommen
Das Gemeine an Gedanken ist ja: Sie kommen nicht mit einem Warnhinweis. Da steht nicht dran: „Achtung, nur ein Gedanke.“ Sie fühlen sich an wie Tatsachen. Wie etwas, das ernst genommen werden muss. Wie eine innere Stimme, die weiß, wie das Leben läuft.
Gedanken wie „Ich verliere langsam den Überblick“ „Das wird mir alles zu viel“ oder „So wie es gerade ist, halte ich das nicht lange aus“
lösen im Körper sofort etwas aus. Enge. Druck. Unruhe. Stress. Und zwar ganz real – auch dann, wenn sich im Außen noch gar nichts verändert hat.
Stress entsteht dann nicht durch das Leben selbst, sondern durch das, was innerlich erzählt wird. Durch Geschichten, die Dein Kopf produziert. Oft blitzschnell, oft völlig automatisch. Und weil wir gelernt haben, diesen Gedanken zu glauben, fühlen sie sich so mächtig an.
Du bist nicht Deine Gedanken – auch wenn es sich genau so anfühlt
Aus der Sicht des spirituellen Stressmanagements – und auch aus der Haltung von Ein Kurs in Wundern – liegt hier ein zentrales Missverständnis. Wir haben gelernt, unseren Gedanken zu vertrauen. Und wir haben gelernt, uns mit ihnen zu identifizieren. Als wären sie das, was wir sind.
Doch Gedanken sind nicht das, was Du bist. Gedanken sind etwas, das in Dir auftaucht.
Du bist nicht der Gedanke. Du bist der Raum, in dem dieser Gedanke erscheint.
Das klingt vielleicht erstmal ungewohnt, ist im Alltag aber sehr konkret. In dem Moment, in dem Du innerlich merkst: „Ah, da ist gerade ein Gedanke“, entsteht ein kleiner Abstand. Kein großer, kein spiritueller Höhenflug. Aber ein spürbarer. Und genau dieser kleine Abstand kann unglaublich entlastend sein.
Nicht, weil der Gedanke sofort verschwindet. Sondern weil Du nicht mehr komplett in ihm steckst.
Warum Gedanken gerade in stressigen Phasen so laut werden
Wenn Du erschöpft bist, überfordert oder innerlich unsicher, werden Gedanken oft besonders laut. Sie wollen Sicherheit herstellen. Durch Grübeln. Durch inneres Planen. Durch ständiges Abgleichen. Das ist kein persönliches Versagen. Das ist ein Schutzmechanismus.
Dein System versucht, Dich vor Schmerz, Überforderung oder Kontrollverlust zu bewahren. Leider erzeugt genau das häufig noch mehr Stress.
Vielleicht kennst Du das:
Du willst zur Ruhe kommen, aber Dein Kopf legt noch einen drauf
Du versuchst, Dich innerlich zusammenzureiĂźen, und es wird nur noch anstrengender
Du analysierst Dich selbst und fĂĽhlst Dich danach eher leer als klar
Was hier hilft, ist oft kein weiteres Tun, sondern ein Perspektivwechsel.
Ein kleiner Perspektivwechsel fĂĽr Deinen Alltag
Stell Dir Deine Gedanken wie Wellen vor. Manche sind klein, manche hoch, manche ziemlich stĂĽrmisch. Du kannst sie wahrnehmen. Du kannst sie beobachten. Aber Du bist nicht die Welle. Du musst nicht jede Welle reiten. Du darfst auch stehen bleiben und zuschauen.
Im Alltag kann das ganz schlicht aussehen:
Du bemerkst einen stressigen Gedanken und sagst innerlich: „Ah. Ein Gedanke.“
Du musst ihn nicht analysieren, nicht bewerten, nicht wegmachen
Du lässt ihn da sein, ohne ihm automatisch zu folgen
Oft verliert ein Gedanke allein dadurch ein wenig an Schärfe. Der Körper bekommt ein Signal von Sicherheit. Der Atem wird ruhiger. Der innere Druck lässt nach. Nicht immer sofort. Aber spürbar.
Ein Kurs in Wundern – ganz bodenständig gedacht
Ein Kurs in Wundern spricht davon, dass wir uns häufig mit der Stimme der Angst identifizieren – mit dem, was der Kurs das Ego nennt. Übersetzt heißt das: die innere Stimme, die bewertet, vergleicht, dramatisiert und ständig meint, sie müsse alles kontrollieren.
Frieden entsteht nicht dadurch, dass Du diese Stimme bekämpfst. Sondern dadurch, dass Du sie nicht mehr für Deine Identität hältst.
Oder ganz alltagstauglich gesagt: Du musst Deinen Kopf nicht loswerden. Du darfst ihm nur ein kleines Stück weniger glauben. Ein zentraler Gedanke dabei ist die Vergebung – nicht im Sinne von Entschuldigen oder Vergessen, sondern im Sinne von anders schauen. Nicht automatisch glauben, was der erste Gedanke erzählt, sondern innerlich einen Schritt zurücktreten.
Warum Gedanken in Stressphasen besonders laut werden
In Phasen von Überforderung, Erschöpfung oder existenzieller Unsicherheit werden Gedanken besonders laut. Sie versuchen, Sicherheit herzustellen. Durch Grübeln, durch Sorgen, durch inneres Kontrollieren. Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein Schutzmechanismus. Der Geist will Dich vorbereiten, absichern, vor Schmerz oder Mangel bewahren. Leider erzeugt genau das häufig noch mehr Stress.
Was dann oft passiert, kennst Du vielleicht:
Du willst Dich beruhigen, aber der Kopf legt noch einen drauf
Du versuchst, positiv zu denken, und merkst, wie anstrengend das ist
Du analysierst Dich selbst und fĂĽhlst Dich danach eher schlechter als besser
All das ist verständlich – aber nicht unbedingt hilfreich. Was hier hilft, ist kein weiteres Tun, sondern ein Perspektivwechsel.
Ein alltagstauglicher Perspektivwechsel
Stell Dir Deine Gedanken wie Wellen vor. Manche sind klein, manche hoch, manche ziemlich stürmisch. Du kannst sie wahrnehmen, Du kannst sie beobachten – aber Du bist nicht die Welle. Du musst nicht jede Welle reiten. Du darfst auch einfach stehen bleiben und zuschauen.
Im Alltag kann das ganz schlicht aussehen:
Du bemerkst einen stressigen Gedanken und sagst innerlich: „Ah. Ein Gedanke.“
Du musst ihn nicht analysieren oder bewerten
Du lässt ihn da sein, ohne ihm automatisch zu folgen
Oft verliert ein Gedanke allein dadurch an Schärfe. Der Körper bekommt ein Signal von Sicherheit. Der Atem wird ruhiger. Der innere Druck lässt nach. Nicht immer sofort, aber spürbar.
Ein Kurs in Wundern – alltagstauglich übersetzt
Ein Kurs in Wundern beschreibt, dass wir uns häufig mit der Stimme der Angst identifizieren – mit dem, was der Kurs das Ego nennt. Übersetzt heißt das: die innere Stimme, die trennt, bewertet, vergleicht und ständig Alarm schlägt. Frieden entsteht nicht dadurch, dass wir diese Stimme bekämpfen, sondern dadurch, dass wir sie nicht mehr für unsere Identität halten.
Oder ganz bodenständig gesagt: Du musst Deinen Kopf nicht loswerden. Du darfst ihm nur ein kleines Stück weniger glauben. Ein zentraler Gedanke dabei ist die Vergebung – nicht im Sinne von Entschuldigen oder Vergessen, sondern im Sinne von anders schauen. Nicht automatisch glauben, was der erste Gedanke erzählt, sondern innerlich einen Schritt zurücktreten.
Zum Abschluss
Vielleicht ist genau das heute Dein kleiner Schritt. Nicht weniger denken zu wollen. Nicht alles sofort klären zu müssen. Sondern dem inneren Geplapper ein kleines Stück weniger Bedeutung zu geben und Dir selbst ein bisschen mehr Raum.
Oder, um es mit Viktor Frankl zu sagen:
Nicht im Sinne von „Du musst Dich jetzt anders entscheiden“, sondern ganz leise, ganz menschlich: Du darfst immer wieder neu wählen, wie ernst Du das nimmst, was Dein Kopf Dir gerade erzählt.
Wenn Du magst, begleite ich Dich hier bei ZEITWELLEN weiter – mit Impulsen, Meditationen und neuen Sichtweisen rund um spirituelles Stressmanagement und einen alltagstauglichen Umgang mit Ein Kurs in Wundern.
Heute üben wir Lektion 40 aus Ein Kurs in Wundern: „Du bist gesegnet als Sohn Gottes.“ Allein dieser Satz kann innerlich schon eine kleine Diskussionsrunde eröffnen. Kommt Dir das zu groß vor? Zu religiös? Zu weit weg von Deinem echten Leben mit all seinen Rücken- und Kopfschmerzen, dem ganzen Termindruck und diesem einen Gedanken, der nachts um drei einfach nicht die Klappe hält?
Dann lass uns diesen Satz einmal entknoten.
Was „Sohn Gottes“ hier wirklich meint
In Ein Kurs in Wundern ist „Sohn Gottes“ kein Titel für Auserwählte. Es ist kein männliches Bild und schon gar kein spirituelles Abzeichen. Gemeint ist etwas sehr Grundlegendes: Dein Ursprung. Deine Verbundenheit. Dein Dazugehören.
Oder anders gesagt:
Du bist nicht zufällig hier.
Nicht abgeschnitten vom Leben.
Nicht getrennt von dem, was Dich trägt.
Der Kurs benutzt dafür diese Sprache – wir dürfen sie übersetzen.
In Alltagssprache heiĂźt das zum Beispiel:
Du bist Teil des Ganzen
Du bist nicht kaputt
Dein Wert ist nicht verhandelbar
Der buddhistische Lehrer Thich Nhat Hanh hat es so formuliert:
„Du bist nicht eine Welle im Ozean. Du bist der ganze Ozean in Bewegung.“
Gesegnet sein – jenseits von Weihrauch & Pathos
„Gesegnet“ wird oft missverstanden. Es bedeutet nicht, dass immer alles glattläuft. Es heißt nicht, dass es keine Krisen gibt oder keine Erschöpfung.
Segnen heiĂźt ursprĂĽnglich:
– etwas wohlwollend ansehen – jemandem Gutes zusprechen – Leben Raum geben
Ein Segen im Alltag kann ganz unspektakulär aussehen:
– Du erlaubst Dir eine Pause, obwohl noch Dinge offen sind – Du sprichst innerlich freundlicher mit Dir – Du reagierst einmal weniger scharf als sonst – Du nimmst Dich ernst, ohne Dich wichtig zu machen
Vielleicht ist Segnen genau das: Dem Leben in Dir nicht ständig im Weg zu stehen.
Warum diese Lektion Stress leiser macht
Stress nährt sich aus dem Gefühl, getrennt zu sein. Allein verantwortlich. Dauernd zu wenig.
Lektion 40 erinnert Dich daran, dass Du getragen bist, auch wenn Du Dich gerade nicht so fühlst. Dass Du nicht erst etwas werden musst, um wertvoll zu sein. Und dass Dein innerer Druck oft aus dem Vergessen kommt – nicht aus der Realität.
Oder wie der Mystiker Meister Eckhart sagte:
„Gott ist näher bei mir als ich mir selbst.“
Vielleicht ist genau das der Kern dieser Lektion: Nicht höher. Nicht weiter. Sondern näher.
Und manchmal beginnt Segen genau da – wo Du aufhörst, Dich selbst zu übergehen 💛
Vielleicht kennst Du das. Äußerlich ist alles okay, innerlich läuft ein Film. Und genau dort beginnt für viele Menschen der eigentliche Stress. Nicht im Außen. Sondern im Wegsein vom Jetzt.
Stress zeigt sich nicht immer als Hektik oder Überforderung. Oft kommt er leise daher. Als unterschwellige Unruhe. Als Gefühl von Druck, obwohl gerade nichts Drängendes passiert.
Der Kopf arbeitet weiter, auch wenn der Körper längst eine Pause bräuchte. Was das JETZT damit zu tun hat und warum es eine wundervolle Lösung mit im Gepäck hat, erfährst Du in diesem Artikel.
Neulich ist mir das im Supermarkt wieder aufgefallen. An der Kasse war nichts los, alles lief ruhig. Der Einkaufswagen stand still, der Körper auch. Und trotzdem war da dieses innere Ziehen. Die Gedanken waren längst weitergezogen. Beim Nächsten. Beim Später. Beim Ich müsste eigentlich …
Genau an solchen unscheinbaren Momenten wird sichtbar, wo Stress wirklich entsteht. Nicht im AuĂźen. Sondern dort, wo wir innerlich nicht im Jetzt sind. Und genau hier liegt auch der SchlĂĽssel zur Entlastung: im Jetzt selbst.
Wenn der Kopf ständig unterwegs ist
Vielleicht kennst Du das. Äußerlich ist alles okay, innerlich läuft ein Film. Und genau dort beginnt für viele Menschen der eigentliche Stress. Nicht im Außen. Sondern im Wegsein vom Jetzt. Stress zeigt sich nicht immer als Hektik oder Überforderung. Oft kommt er leise daher. Als unterschwellige Unruhe. Als Gefühl von Druck, obwohl gerade nichts Drängendes passiert. Der Kopf arbeitet weiter, auch wenn der Körper längst eine Pause hätte.
Typische Gedanken in solchen Momenten sind zum Beispiel:
– Ich habe keine Zeit – Ich müsste weiter sein – Das reicht noch nicht – Das kommt alles noch auf mich zu
Während Du vielleicht einfach nur sitzt, geht innerlich die To-do-Liste auf Wanderschaft. Der Atem wird flacher, die Schultern ziehen sich hoch, der Blick wird enger. Stress im Kopf ist weniger ein äußeres Problem als ein innerer Dauerkommentar.
Und genau hier lohnt es sich, einen Schritt zurĂĽckzutreten.
„Nicht alles, was laut ist, ist wichtig. Und nicht alles, was wichtig ist, meldet sich laut.“
Das Jetzt als stiller Gegenpol
Das Jetzt ist kein spirituelles Schlagwort, sondern ein ganz realer Moment, der gerade stattfindet. Während Du liest, während Du atmest, während Dein Körper auf dem Stuhl sitzt, ist dieser Moment bereits da – ohne dass Du etwas dafür tun müsstest.
Im Jetzt taucht weder die To-do-Liste von morgen auf, noch meldet sich das Gespräch von gestern mit voller Lautstärke zurück. Was bleibt, ist das, was gerade ist. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Genau darin liegt die entlastende Wirkung. Probleme lösen sich nicht in Luft auf, doch sie verlieren für einen Augenblick ihren inneren Lautsprecher. Der Kopf wird leiser, der Körper darf nachziehen.
Sobald Du innerlich im Jetzt ankommst, verlangsamt sich etwas. Gedanken sind weiterhin da, aber sie bestimmen nicht mehr alles. Du bist nicht weg – Du bist da.
Warum das keine Technik ist
Viele Menschen glauben, sie mĂĽssten etwas tun, um ins Jetzt zu kommen. Dabei geht es weniger um Machen als um Wahrnehmen. Nicht um Kontrolle, sondern um Kontakt.
Es reicht oft schon,
– den Atem zu bemerken, ohne ihn zu verändern – den Körper zu spüren, ohne ihn zu bewerten – einen Gedanken wahrzunehmen, ohne ihm zu folgen
Manchmal braucht es nicht mehr … manchmal aber schon, da wollen wir tiefer einsteigen.
Die BrĂĽcke zur Achtsamkeit
Aus dem Achtsamkeitstraining kennen viele dieses Prinzip bereits. Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen – ohne ihn sofort verändern, einordnen oder optimieren zu wollen.
Im Kern geht es darum, präsent zu sein mit dem, was ist. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Achtsamkeit ist bewusst frei von religiösen oder weltanschaulichen Vorgaben. Sie lädt Dich ein, im Jetzt anzukommen, ohne etwas erreichen zu müssen. Und genau deshalb ist sie für viele Menschen ein hilfreicher Zugang, um Stress im Kopf zu reduzieren.
„Achtsamkeit beginnt dort, wo der innere Widerstand aufhört.“
Wenn das Jetzt Tiefe bekommt
Ein Kurs in Wundern greift diesen Punkt auf und geht einen Schritt weiter – ohne religiös zu sein. Auch wenn christliche Begriffe verwendet werden, ist der Kurs überkonfessionell gemeint. Es geht nicht um Glaubensfragen, sondern um ein inneres Erleben. Um Erinnerung statt Anstrengung.
Der Kurs bezeichnet diesen Moment des vollkommenen Ankommens als den heiligen Augenblick.
Gemeint ist damit kein besonderer Zustand, sondern ein Perspektivwechsel. Ein Moment, in dem Du aufhörst, Dich innerlich gegen das Jetzt zu wehren – und Dich wieder mit etwas Grundlegendem verbindest. Manche nennen es inneren Frieden, andere Liebe, Stille oder Güte.
Der Kurs geht davon aus, dass all das nicht verloren gegangen ist. Es wurde nur vergessen. Und das Jetzt – oder der heilige Augenblick – ist der Moment, in dem dieses Erinnern wieder möglich wird.
Warum das Resilienz stärkt
Auch die Resilienzforschung beschreibt genau diesen Mechanismus. Resiliente Menschen sind nicht stressfrei. Sie bleiben nur nicht so lange im inneren Wegdriften hängen.
Was sie auszeichnet, ist die Fähigkeit, zurückzukommen:
in den Körper in den Moment ins Jetzt
Resilienz zeigt sich weniger im Durchhalten als im Zurückfinden. Und genau das übst Du jedes Mal, wenn Du bemerkst, dass Dein Kopf wieder unterwegs ist – und Du freundlich zurückkehrst.
Das Jetzt ist unspektakulär – und genau deshalb wirksam
Du musst nichts können, um im Jetzt anzukommen. Du brauchst keine Methode. Du musst Dich nicht beruhigen.
Vielleicht nimmst Du Spannung wahr. Vielleicht Unruhe. Vielleicht auch Langeweile. Alles darf da sein. Das Jetzt schlieĂźt nichts aus.
Ankommen – mitten im Alltag
Das Jetzt findest Du nicht nur in stillen Momenten. Es zeigt sich beim Zähneputzen, beim Gehen, beim Warten an der Kasse oder ganz unscheinbar auf dem Sofa.
Nicht, indem Du etwas Besonderes tust. Sondern indem Du aufhörst, innerlich woanders zu sein.
Vielleicht magst Du heute zwischendurch kurz innehalten. Ohne Aufgabe. Ohne Ziel. Nur fĂĽr einen Moment.
Eine leise Frage kann helfen: Bin ich gerade hier?
Was dann passiert, darf offen bleiben.
Manchmal ist es nur ein Atemzug mehr Ruhe. Manchmal ein weicherer Blick. Und manchmal ein kurzer Moment von Frieden mitten im Trubel.
Mehr braucht es oft nicht.
Denn weniger Stress im Kopf beginnt nicht mit großen Veränderungen. Er beginnt mit dem Jetzt. 💛
Alles Liebe
 Deine Jeanette
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Wir alle führen sie – oft unbemerkt, manchmal gnadenlos streng, manchmal liebevoll und tröstend: unsere Selbstgespräche. Doch nur wenige wissen, wie machtvoll sie wirklich sind. Liebevolle Selbstgespräche können unser gesamtes Empfinden verändern – körperlich, emotional und geistig. Denn was wir über uns denken und zu uns sagen, beeinflusst unsere Stimmung, unseren Hormonhaushalt und sogar, wie gut unser Gehirn auf Stress reagiert.
Die Sprache Deiner Gedanken
In der Neurowissenschaft weiß man heute, dass jeder Gedanke elektrische und chemische Reaktionen auslöst. Positive, aufbauende Gedanken setzen Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin oder Oxytocin frei – jene Substanzen, die uns friedlich, zuversichtlich und verbunden fühlen lassen. Negative oder selbstkritische Gedanken dagegen aktivieren Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin, die Herzschlag, Muskeltonus und Blutdruck erhöhen.
Unser Körper reagiert also, als wäre eine reale Bedrohung da – nur weil wir uns selbst mit harten Worten begegnen. Etwa 60.000 Gedanken ziehen Tag für Tag durch unseren Kopf, und der Großteil davon sind Wiederholungen – alte Denkmuster, Selbstbewertungen, unbewusste Programme. Wenn wir also nicht achtsam sind, erzählen wir uns immer wieder dieselben Geschichten über uns selbst:
„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich hätte das besser machen müssen.“
„Ich darf mich nicht so anstellen.“
Doch was wäre, wenn Du stattdessen bewusst wählst, welche Worte in Deinem Inneren erklingen dürfen?
Beispiele aus dem Alltag
Vielleicht kennst Du solche Situationen: Du verschüttest Deinen Kaffee und hörst sofort den Satz: „Typisch, das passiert nur mir.“ Oder Du schaust in den Spiegel und bemerkst, wie schnell der Gedanke auftaucht: „Ich sehe heute furchtbar aus.“
Genau hier entsteht die Magie des Bewusstseins. Denn in dem Moment, in dem Du den Gedanken bemerkst, hast Du die Möglichkeit, ihn liebevoll zu korrigieren. Du kannst innerlich sagen:
„Ach, wie gut, dass ich es bemerke. Ich bin geduldig mit mir.“ Oder: „Mein Körper ist mein Zuhause, er trägt mich durch mein Leben.“
Auch im Umgang mit anderen Menschen zeigt sich, wie liebevoll Deine inneren Gespräche sind.
Wenn Du Dich oft entschuldigst, obwohl es gar nicht nötig ist, oder Dich klein machst, um zu gefallen, dann spricht Dein inneres Programm von Anpassung und Angst.
Doch sobald Du beginnst, Dir selbst zuzuhören und Worte der Güte zu wählen, verändert sich Deine Ausstrahlung. Du stehst aufrechter, Deine Stimme wird weicher, Deine Entscheidungen klarer.
Psychologische Sicht
In der Psychologie spricht man vom „inneren Dialog“.
Unsere Selbstgespräche, also wie wir mit uns selbst sprechen, prägt unser Selbstbild und unsere Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen. Menschen, die freundlich mit sich selbst sprechen, zeigen seltener Symptome von Angst und Überforderung.
Sie bewerten Fehler nicht als Beweis ihres Versagens, sondern als Lernmomente.
Wenn Du innerlich sagst: „Ich gebe mein Bestes, und das darf reichen“, beruhigst Du Dein Nervensystem auf natürliche Weise.
Das Gehirn lernt dadurch, Sicherheit mit Selbstakzeptanz zu verknüpfen – und nicht mit Perfektionismus.
Spirituelle Perspektive
In Ein Kurs in Wundern heiĂźt es:
„Lass Dich nicht mit Deiner Kleinheit zufrieden geben. Denn sie ist nicht, was Du bist.“
Und genau das geschieht, wenn wir beginnen, anders mit uns zu sprechen. Wir steigen aus der kleinmachenden Stimme des Ego aus und öffnen uns der Stimme der Liebe – unserer wahren Natur.
Es ist, als würden wir uns selbst an die Hand nehmen und sagen: „Ich sehe Dich. Ich glaube an Dich. Und ich erinnere Dich daran, wer Du wirklich bist.“
Eine kleine Geschichte: Selbstgespräche
Eine alte Frau kam jeden Morgen zu einem See. Sie setzte sich ans Ufer und sprach laut zu sich selbst. Manchmal lobte sie sich, manchmal tröstete sie sich, manchmal lachte sie über sich.
Eines Tages fragte ein Wanderer: „Mit wem sprichst du da eigentlich?“
Die Frau lächelte und sagte: „Mit der, die so lange geglaubt hat, sie sei nicht genug. Ich will, dass sie mich endlich hört.“
Der Wanderer nickte. „Und hört sie dich?“
Sie antwortete: „Manchmal ja. Und an diesen Tagen scheint die Sonne heller.“ 🌞
Kleine Meditation zum Abschluss
Wenn Du magst, nimm Dir jetzt einen Moment Zeit. Schließe sanft die Augen. Atme tief ein – und spüre, wie sich Dein Brustkorb hebt. Atme aus – und lass die Schultern sinken.
Lege eine Hand auf Dein Herz. Unter Deiner Hand schlägt das Leben selbst. Und nun beginne leise in Dir zu sprechen:
🌸 Ich bin bereit, liebevoll mit mir zu sein. 🌸 Ich darf Fehler machen und daraus lernen. 🌸 Ich bin getragen von etwas Größerem. 🌸 Ich bin fähig, Großartiges zu vollbringen. 🌸 Ich bin Liebe in Bewegung.
Wenn ein Gedanke auftaucht, der Dich klein machen will, sieh ihn an – und lächle ihm zu. Sag innerlich:
„Danke, dass Du mich so lange begleitet hast. Aber heute wähle ich andere Worte.“
Denn der liebevollste Gedanke, den Du heute denken kannst, ist immer der, der Dich an Deine wahre Größe erinnert.