sterben Archive - Jeanette Richter
#21: Über die Angst vor dem Tod sprechen – Teil 1

#21: Über die Angst vor dem Tod sprechen – Teil 1

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“Genauso, wie wir in unserem jetzigen Leben Tausende von Träumen erleben, so ist auch unser jetziges Leben nur eines von Tausenden, in das wir aus einem anderen, wirklicheren Leben eingetreten sind und zu dem wir nach dem Tode wieder zurückkehren.” (Leo Tolstoi)

In dieser Woche habe ich wieder einmal gelernt, wie wichtig es ist, über die Angst vor dem Tod zu sprechen.

Es gab viele Begegnungen, in denen und aus denen ich viel mitnehmen und über mich, das Leben und auch die Angst vor dem Tod lernen konnte. Eine Begegnung ist mir dabei besonders im Sinn geblieben.

Die Begegnung mit “meiner” 89-jährigen Dame im Pflegeheim am Mittwoch.

Sie war an dem Tag nicht gut zufrieden. Alles tat ihr weh. Sie lag überwiegend im Bett, denn dort fühlte sie sich gerade am wohlsten.

Du musst wissen, dass sie mental total fit ist – nur der Körper ist dies nicht mehr: “Ich bin hier oben topfit, …” und tippt an ihren Kopf “… nur mein Körper ist ein Wrack!” sagt sie oft.

An diesem Tag erzählte sie mir auch: “Der Herr XY ist am Montag plötzlich umgefallen und war tot! Der war noch so fit. Er konnte gehen und las immer die Zeitung. Jetzt ist er nicht mehr da. Das hat mich betroffen gemacht!”

Wir sprachen dann auch über ihren eigenen Wunsch zu sterben, denn ich wusste, dass sie sich “fast” nichts lieber wünschte, als endlich sterben zu dürfen.

“Doch da ist noch ‘was anderes!”, flüsterte sie und ich fragte nach, was es denn sei und sie sagte: “Ich habe Angst vor dem Tod, denn ich weiß ja nicht, was mich auf der anderen Seite erwartet …!”

Da war sie: die Angst vor dem Unbekannten. Die Angst vor dem Tod.

Aus einem inneren Impuls heraus berichtete ich ihr, was ich in den vergangenen 25 Jahren aus der “Distanz” heraus vom und über den Tod gelernt hatte. In Kurzfassung 😉

Ich erzählte ihr

  • von mir und meinen früheren Ängsten
  • auch, dass ich mittlerweile nicht mehr an den “Tod” glaube
  • dass er vielleicht doch ganz anders ist, als wir uns das bislang vorstellen
  • von meinen Erfahrungen aus der Sterbebegleitung, dass niemand alleine stirbt, da jeder im Sterben z. B. von lieben Verstorbenen “abgeholt” würde

Ich nannte ihr einige Beispiele und Begebenheiten und erzählte ihr von der Liebe usw. usw.

Über die Angst vor dem Tod sprechen

Als wir beim “Thema” Nachtodkontakte waren, sagte sie plötzlich: “Mein Mann hat sich damals auch im Traum von mir verabschiedet. Er sagte, dass es ihm gut ginge und ich mir keine Sorgen machen solle!”

Darüber hätte sie aber noch mit niemandem gesprochen und eher für sich behalten, wegen Plemplemm und so.

Ich erzählte ihr auch meinen Traum von meiner Mutter, die sich im Jahr 2007 ebenfalls bei mir auf diese Art und Weise verabschiedet hätte und dass ich das als sehr tröstlich empfand.

Daraufhin erwähnte sie noch etwas anderes:

“Meine Mutter war damals sehr krank und sie hatte große Schmerzen. Zuerst wollte ich nicht in die Leichenhalle, denn ich hatte Angst, ihren Todeskampf im Gesicht sehen zu müssen. Doch meine Schwester überredete mich und so ging ich doch zum offenen Sarg.

Und da sah ich sie. Sie sah sooo schön friedlich aus, fast selig. Ihr Gesicht war ganz weich und entspannt, als würde sie lächeln. Das fällt mir jetzt wieder ein …!”

Nach diesem Gespräch fragte ich sie: “Sag mal, war das jetzt gut, dass Du über Deine Angst vor dem Tod sprechen konntest oder war das zu viel für Dich?”

Und sie sagte: “Ach das hat so gut getan darüber zu sprechen und das zu hören. Das war so gut. Danke!”

Die Angst hatte ihr kleines Refugium betreten. Unerwartet und plötzlich war sie eingetreten. Sie saß für eine kleine Weile an ihrem Bett, blickte liebevoll auf sie und nach dem Gespräch ging die Angst wieder hinaus, indem sie sanft mit einem Lächeln die Tür hinter sich schloss.

Wir hatten darüber gesprochen.

Alles Liebe wünsche ich Dir
Deine

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Gibt es ein Leben nach der Geburt?

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Eine meiner Lieblingsgeschichten hilft uns, die Dinge mal wieder etwas anders zu sehen. Hier die Geschichte über Zwillinge im Mutterleib, die einen interessanten Dialog führen:

Zwillinge

Im Mutterleib wuchsen Zwillinge heran. In dem Maße wie ihr Bewusstsein sich entwickelte, stieg auch ihre Freude:

„Ist es nicht wunderbar, dass wir leben?“, sagte eines Tages der eine zum anderen.

„Oh ja“, meinte der Angesprochene, und plantschte ein wenig mit seinen kleinen Händchen durch das Wasser, in dem sie schwammen, so dass es kleine Wellen schlug.

Die Zwillinge begannen im Laufe der Zeit ihre Welt zu entdecken.

Dabei fanden sie auch die Schnur, die sie mit ihrer Mutter verband und ihnen Nahrung gab.

Beglückt sagten sie: „Wie groß ist doch die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!“ So vergingen die Wochen und sie bemerkten, wie sie sich veränderten. „Was bedeutet es, dass wir uns im Laufe der Zeit so verändern?“ fragte der eine den anderen.

Der antwortete: „Das bedeutet, dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald dem Ende zugeht.“

„Aber ich will doch gar nicht gehen,“ entgegnete der zweite, und fügte hinzu: “Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” “Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das was uns erwartet.”

“Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?”.

“Das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?”.

“So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee! Es gibt doch eine Nabelschnur, die uns ernährt und die ist ja jetzt schon zu kurz zum Herumlaufen.“

“Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders!”.

„Wir werden unsere Lebensschnur verlieren. Wie aber sollen wir ohne sie leben? Vielleicht haben andere vor uns schon diesen Mutterschoß verlassen, doch keiner von ihnen ist zurückgekommen und hat uns gesagt, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende, da bin ich mir ganz sicher!“

“Es ist noch nie einer zurückgekommen von “nach der Geburt“. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, danach ist alles dunkel und Quälerei“.

So fiel der eine, der Pessimistische von beiden, in einen tiefen Kummer und sagte: „Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Mutterschoß? Es ist sinnlos. Vielleicht gibt es gar keine Mutter?“

„Aber sie muss doch existieren“, protestierte der andere, „wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben? Auch wenn ich nicht genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen“.

“Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Sag mir, hast du je unsere Mutter gesehen?“ fragte der erste,

„Möglicherweise lebt sie nur in unserer Vorstellung, und wir haben sie uns bloß ausgedacht, damit wir unser Leben dann besser verstehen können. Wo ist sie denn bitte?”

“Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein“.

“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht“.

“Doch! Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…“

So waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großen Ängsten.

Schließlich kam der Moment der Geburt.

Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie die Augen und was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume und Vorstellungen.

Verfasser unbekannt

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Welche Sicht hast Du auf die “Welt”?

Bist Du auch eher ein Skeptiker oder hältst Du Dir einige Optionen offen. Ganz nach dem Motto: Man weiß ja nie?

Was bedeutet denn die Geschichte für Dich?

Ich freue mich, wenn Du mir Deine Meinungen unten im Kommentar zukommen lässt.

 

Alles Liebe.

P. S.: Ich freue mich auch sehr, wenn Du mir Deine persönliche Lieblingsgeschichte zukommen lässt, die Du irgendwann mal, irgendwo gefunden hast. Denn ich sammle und liebe Geschichten.;). Schreib’ mir einfach an kontakt@zeitwellen.life

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Manchmal stehen auch wir vor einem solchen “Abgrund” und trauen uns nicht zu “springen”. Aus Angst vor der Veränderung. Aus Angst vor der Ungewissheit und dem was kommen mag. Wir belassen lieber alles beim Alten. Doch dann…eines schönen Tages, wagen wir den alles verändernden Schritt: Wir “springen” ins Ungewisse. Und siehe da…!

Ich wünsche Dir den Mut, Dich ab und an aus Deiner Komfortzone zu lösen und Dich bejahend in eine anstehende Veränderung zu “stürzen”. Wer weiß! Vielleicht ist es ja doch besser, als gedacht.;)

Ich freue mich, wenn Du diesen Artikel mit Deinen Freunden und Bekannten teilst.
Herzlichen Dank!

Alles Liebe!
Jeanette

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